INFOQUELLE -- Wirtschafts NEWSLETTER, Ausgabe: 09.08.1999
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Spruch der Woche:
Den Augenblick immer als den höchsten Brennpunkt der Existenz
-- auf den die ganze Vergangenheit nur vorbereitete -- ansehen und
genießen, das würde Leben heißen.
Hebbel
Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Woche, das Team von
http://www.infoquelle.de
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INHALT am 09.08.1999:
aufgrund des Jahrhundertereignisses der Sonnenfinsternis haben wir diese
Woche den Newsletter aufgeteilt
1. Newsletter: TV - Tips: Ihr TV-Planer für die Sonnenfinsternis
(diesmal mit Pre-View-Nummer für Videoaufzeichnungen)
2. Newsletter: Thema: Forderungsmanagement, Schufa, Creditreform, ...
--- Witz der Woche
--- nächste Woche im Newsletter: weitere Brancheninformationen
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Thema Forderungsmanagement, Schufa, Creditreform, ...
Wozu Forderungsmanagement?
Welche Möglichkeiten haben Sie, Einfluß zu nehmen?
Tritt der Fall eines Zahlungsverzuges trotz Mahnschreiben ein,
bestehen noch folgende Möglichkeiten
Vorgehensweise eines Inkassounternehmens
Wo erhalten Sie die benötigten Bonitätsauskünfte
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Wozu Forderungsmanagement?
ein gewichtiger Punkt innerhalb der Liquiditätsplanung ist die nicht
immer
rosige Zahlungsmoral mancher Kunden.
Im Großen und Ganzen müssen Sie in Ihrem Forderungsmanagement
die
Kreditlinien Ihrer Kunden --die sog. Lieferantenkredite--
durchkalkulieren, planen, anpassen. Die durchschnittliche Dauer zwischen
Rechnungslegung und Zahlungseingang liegt bei 46 Tagen!
Um hier keine bösen Überraschungen zu erleben, empfiehlt es sich,
Ihre
Debitorenbuchhaltung detalliert zu führen.
Verschaffen Sie sich auf jeden Fall einen detaillierten Überblick
über die
Zahlungseingänge Ihrer Kunden. Je genauer Sie Ihre Kunden hinsichtlich
Ihrer Zahlungsmoral beobachten (zzg. zu externen Bonitätsauskünften),
desto
schneller können Sie mit freundlich gehaltenen Mahnschreiben eingreifen.
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Welche Möglichkeiten haben Sie, Einfluß zu nehmen?
1.) Prüfen Sie, ob es sich für Sie rechnet, entweder eine
Kreditversicherung abzuschließen oder mit einem Factoringunternehmen
zusammen zu arbeiten
[ infrage kommt v.a.: Hermes Versicherung, Gotha Versicherung, AKV
Allgemeine Kreditversicherung, im Falle eines Exports greifen teilweise
auch staatliche Absicherungen ]
[ Deutscher Factoring-Verband e. V.
Rheinallee 3 d, 55116 Mainz
Fon: 06131 - 2 87 70 70
Fax: 06131 - 2 87 70 99 ]
2.) Durch qualitative Endkontrollen in Ihrer Produktion verhindern Sie
evtl. Reklamationen, welche sich dramatisch auf die Zahlungseingänge
auswirken können.
3.) holen Sie Bonitätsauskünfte vor Auftragsannahme /
Kooperationsvereinbarungen und während einer langfristigen Zusammenarbeit
ein (siehe unten der Punkt: Wo erhalten Sie die benötigten
Bonitätsauskünfte)
4.) vereinbaren Sie bei langfristigen Auftragsarbeiten Teilzahlungen nach
erbrachten Teilleistungen. Legt der potentielle Kunde Wert auf eine
effektive Zusammenarbeit, wird er sich einem solchen Gespräch in den
meisten Fällen nicht verschließen (abgesehen von öffentlichen
Auftraggebern; hier sind aber in den meisten Fällen plötzliche
Offenbahrungseide noch sehr unwahrscheinlich)
5.) Achten Sie bei Auftragsannahme oder Kooperationsvereinbarungen darauf,
daß der Auftraggeber / Kooperationspartner auch der Gewerbetreibende,
der
Haftende ist. Bei Unsicherheiten lohnt sich auf jeden Fall eine
Personenauskunft (Bsp.: Handelsregister, Creditreform). Hat beispielsweise
bei einer GmbH der Geschäftsführer der Auftragsvergabe nicht
zugestimmt,
fehlt Ihnen bei einem evtl. notwendigen Mahnverfahren der Adressat - ein
Mahnverfahren kann so nicht stattfinden.
6.) Kalkulieren Sie Ihre Preisgestaltung so, daß Sie Ihren Kunden
Skonto
einräumen können. Oftmals ist Skontogewährung preiswerter
als
überdimensionale Zahlungsziele.
7.) Lassen Sie sich nicht durch einen Großauftrag blenden, wenn damit
die
Forderung nach einem extrem langen, branchenunüblichen Zahlungsziel
verbunden ist
8.) Kalkulieren Sie in Ihrem Arbeitsablauf das Versenden von Mahnschreiben
mit ein. Halten Sie am besten schon vorgefertigte Mahnschreiben bereit.
Firmen wie RNK oder Zweckform bieten hierzu Vorlagen an.
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Tritt der Fall eines Zahlungsverzuges trotz Mahnschreiben ein, bestehen
noch folgende Möglichkeiten:
1.) Mahnschreiben / Telefonate durch ein Inkassounternehmen oder einen
Anwalt
2.) vertragliche Vereinabarungen von Ratenzahlungen
3.) gerichtliches Mahnverfahren und Erwirken eines sogenannten "Titels".
Dieser Titel berechtigt Sie über einen Zeitraum von 30 Jahren Ihr
Geld
einzuholen - auch über einen Gerichtsvollzieher. Das gerichtliche
Mahnverfahren ist allerdings sehr teuer und v.a. zeitaufwendig
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Vorgehensweise eines Inkassounternehmens
(entnommen aus einem Interview der BMWI-Gründerzeiten mit Gerd F.
Himstedt,
Geschäftsführer der Creditreform Bonn KG)
allgemeine Zielsetzung: Eintreiben des Geldes ohne gerichtliche Schritte,
da diese teuer und langwierig sind
1.) Abstimmung mit der Buchhaltungsorganisation des Kunden
a) Wie ist die Debitorenbuchhaltung organisiert?
b) welche Zahlungsziele werden eingeräumt?
c) wie werden Zahlungsziele überwacht?
2.) genaues "Aufspüren" der Schuldner
a) gegen wen richtet sich eine Forderung?
b) gegen eine Privatperson oder gegen eine Firma?
c) wer genau ist der Kunde? (Bsp.: wer ist der Gewerbeinhaber, der die
Ware
bestellt hat)
d) welche Informationen liegen dem Inkassounternehmen vor?
Anhand dieser Informationen wird die Bonität des Schuldners überprüft.
3.) Einleitung des Mahnverfahrens
a) einer erste schriftliche Mahnung wird an den Schuldner verschickt, um
dem Schuldner Gelegenheit zur Reaktion zu geben
b) erfolgt keine Zahlung, erhält der Schuldner nach 10 Tagen einen
Anruf
des Inkassounternehmens
Zitat Herr Himstedt:
"... Alle weiteren Maßnahmen hängen dann von seinem Verhalten
und den von
uns gleichzeitig ermittelten Informationen ab. Zusammengefaßt kann
man
sagen: Das Vorgehen eines Inkassounternehmens beruht auf einer Mischung
aus
Psychologie, Taktik und Beharrlichkeit. Die Schuldner sind ja nicht Kunden
des Inkassobüros. Darum können wir sie hartnäckig auf die
geschuldete
Leistung und die negativen Konsequenzen hinweisen, falls sie nicht zahlen
sollten. Wir sagen ganz klar, daß uns Ausreden wie "Der Scheck liegt
schon
beim Chef" oder "Jetzt kümmere ich mich persönlich darum" hinreichend
bekannt sind. Wichtig ist, beim Schuldner den Eindruck zu erwecken, daß
er
die Geduld des Gläubigers überzogen hat und dieser ihm eine letzte
Chance
einräumt, außergerichtlich seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
... Die Mehrzahl der Schuldner gehört nicht zu den "Zahlungswilligen".
Anders ausgedrückt: Ihnen sind die Sorgen über den Kopf gewachsen.
In
solchen Fällen sieht sich das Inkassounternehmen eher als Vermittler,
oft
sogar als Schuldnerberater. Wir weisen den Schuldner beispielsweise auf
die
Möglichkeiten von Ratenzahlungen hin.
... Auf jeden Fall gilt aber: Das gerichtliche Mahnverfahren steht ganz
hinten an. Eine gerichtliche Betreibung ist immer langwierig und
kostenintensiv.
... Tip: Inkassobüros gibt es in der Regel vor Ort. Erkundigen Sie
sich bei
der Auswahl, ob ein Unternehmen durch das zuständige Land- bzw. Amtsgericht
zugelassen ist."
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Wo erhalten Sie die benötigten Informationen für Ihr Forderungsmanagement:
Verein der Creditreform
Dun & Bradstreet Deutschland GmbH (ehemals Schimmelpfeng)
Buergel
Schufa
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Verein der Creditreform
die Adresse für die Creditreform vor Ort finden Sie unter:
http://www.creditreform.de/wir/brdmap/index.htm
Suchen Sie als Gründer, als Klein- und Mittelständisches Unternehmen
einen
Partner im Forderungsmanagement, bzw. im Bereich Wirtschaftsauskünfte,
können Sie sich an die Creditreform wenden. Als Mitglied sind Sie
in der
Lage, sehr schnell und v.a. sehr unkompliziert Informationen beispielsweise
über potentielle Kunden, Kooperationspartner einzuholen (hier spielt
der
sog. Bonitätsindex eine gewichtige Rolle, den Sie per telefon abfragen
können: Bonitästindex von 100 bedeutet sozusagen eine 1 für
den
potentiellen Geschäfstpartner // 200 ist demnach die Note 2 // bei
einem
Bonitätsindex von 300 sind evtl. konkretere Informationen wichtig
// ab
einem Bonitätsindex von 400 sollten Sie auf jeden Fall Vorkasse verlangen).
die Aufnahmegebühr beträgt: 200,00 DM
Mitgliedsbeitrag: 720,00 DM pro Jahr -- hier sind 50 telefonische
Bonitätsauskünfte enthalten; jede weitere Bonitätsauskunft
per Telefon
erhalten Sie zum Preis von 14,00 DM
Quelle: http://www.creditreform.de:
"Die Organisation Creditreform wurde 1879 mit dem Ziel gegründet,
Mitglieder vor Forderungsausfällen zu schützen. Daran hat sich
bis heute
nichts geändert. Wir helfen, die Wirtschaft transparent zu gestalten,
Verluste zu vermeiden und unternehmerische Risiken zu mindern. In den über
Creditreform erreichbaren Datenbanken befinden sich zur Zeit rund 16
Millionen Firmenauskünfte aus zwölf westeuropäischen Ländern;
davon allein
2,5 Millionen aus Deutschland.
Creditreform ist eine der europaweit führenden Unternehmensgruppen
für die
Dienstleistungen:
----- Firmeninformationen
----- Forderungsmanagement (Inkasso)
Weitere Dienstleistungen:
----- Marketing- und Datenbankservice
----- Informationslogistik
----- Bilanzdatenbank
----- Wirtschafts- und
----- Konjunkturforschung
----- Fachseminare "
Sehr zu empfehlen für Ihren Einstieg in das Forderungsmanagement ist
die
Broschüre "Forderungsmanagement", die Sie hier
http://www.creditreform.de/dienst/forder/forder.pdf downloaden können.
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Dun & Bradstreet Deutschland GmbH
Tel.: 0180-5863333
Fax: 069-6609-2349
International
Tel.: +49-69-6609-2380
Fax: +49-69-6609-2305
E-Mail Addresse:
Service-de@dnb.com
http://www.dbgermany.com
PRODUKTE -- Bereich Kreditmanagement/Forderungsmanagement:
http://www.dbgermany.com/prods_svcs/directory.htm
PREISE:
konkrete Preise richten sich extrem nach dem Umfang der von Ihnen
angeforderten Informationen
und sind unter Tel.: 0180-5863333 erfragbar
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Firma Bürgel
Das oertlich zuständige Bürgelunternehmen finden Sie unter
http://www.buergel.de/sites/auskunft.html
Unter http://www.buergel.de/sites/muster.html können Sie eine
Musterauskunft am Beispiel einer GmbH ansehen
Sie können auch hier wählen zwischen Vollauskünften, Kurzauskünften,
Auslandsauskünften,... Preislisten werden nicht mehr gehandelt - die
Preise
sind verhandelbar je nach Ihrem Auftragsvolumen (beispielsweise pro Jahr)
Auch Bürgel kooperiert mit europäischen Partnern, sodaß
Sie mit einer gut
strukturierten Datenbank rechnen können.
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Schufa
Motto: " Die SCHUFA - Organisation schützt Kreditgeber und Kreditnehmer."
Wer kann Auskünfte einholen?
Sie können zu Ihrer Person die sog. "Schufa - Auskunft" einholen.
Eine
Liste der Adressen der Schufa vor Ort erhalten Sie unter:
http://www.schufa.de/Verbraucher/index.htm
Über Ihre Kunden oder potentiellen Geschäftspartner erhalten
Sie nur
Auskunft, wenn Sie als Vertragspartner der Schufa infrage kommen:
Vertragspartner der SCHUFA-Gesellschaften sind Wirtschaftsunternehmen,
die
natürlichen Personen gewerbsmäßig Geld- oder Warenkredite
geben. Dies
können sein:
----- Geschäftsbanken
----- Sparkassen
----- Volks- und Raiffeisenbanken
----- Kreditkarten- und Leasinggesellschaften
----- Einzelhandels- und Versandhandelsunternehmen
----- Telekommunikationsunternehmen
----- Bausparkassen, soweit sie privaten Kunden Kredite geben
----- Versicherungen, soweit sie privaten Kunden Kredite geben
Die Vertragspartner erhalten nur dann von der SCHUFA Informationen, wenn
sie in jedem Einzelfall ein berechtigtes Interesse im Sinne des
Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) glaubhaft nachweisen.
Vertragspartner dürfen nur über solche Personen Auskünfte
einholen, die mit
ihnen ein konkretes, mit einem Kreditrisiko verbundenes Geschäft
abschließen wollen.
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Witz der Woche:
Peter liebt Fremdwörter. In einem Aufsatz über den Hühnerhof
schreibt er:
"Die Legalität der Hühner ist gut, nur mit der Brutalität
hapert es noch ein bisschen."
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