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appellieren Sie an den Hypo- thalamus
oder warum Meister Propper grau geworden ist
Emotionale Marketingstrategien, die sich die Erkenntnisse der Werbepsychologie
zunutze machen, sind in der "realen Welt" durchaus üblich. Psychologie,
Neurowissenschaften, Pädagogik, Soziologie, Wirtschaftswissenschaften
und weitere wissenschaftliche Fachgebiete beliefern Werbetreibende mit
den notwendigen Forschungsergebnissen. Durch Anwendung dieser Ergebnisse
erhöht man die Chance, sich mit der eigenen Werbebotschaft im Dschungel
der Reize bemerkbar zu machen.
zum Beispiel der Hypothalamus
Diese gekühlte, gluckernde Coca Cola, der letzte Tropfen des Warsteiner-Bieres
im Glas, die duftenden Maggi Gerichte oder die zum mittanzen anregende
Bacardi Rum Werbung aktivieren Lustreize im Gehirn (Hypothalamus, Symphatikus,
limbisches System und weitere sind daran beteiligt). Und dann gehts los.
Die angekommenen Sinnesreize werden mit schon gespeicherten Erfahrungen
verglichen. Beispielsweise mit einem Duft, den wir seit Kindheitstagen
aus Mutters Küche in Erinnerung haben oder einfach nur das wunderbare
Lustgefühl, im Sommer ein gekühltes, sprudelndes Getränk
zu trinken. Beide Informationen (Coca Cola und die Lust, etwas Kühles
zu trinken / ein Maggi Gericht und der Duft aus Kindheitstagen) werden
gemeinsam abgespeichert. Treffen wir häufig genug auf die Werbebotschaft,
verstärkt sich dieser Effekt. Die Lust am Kauf wird gesteigert.
"Grundsätzlich streben wir nur danach, mit allem, was wir tun
oder nicht tun, Freude und Lust zu empfinden und Schmerz zu vermeiden.“,
Dr. Heidi Möller, Pädagogin.
und Meister Proppers Alterung
Wird uns eine identische Werbung aber zu oft vorgesetzt, reagiert unser
Gehirn auch mal gelangweilt. Die Reaktionen auf die Reize lassen immer
mehr nach. Schlußendlich läßt uns die Werbebotschaft dann
völlig kalt. Da dies natürlich nicht im Sinne des Erfinders ist,
beugt man dem Effekt mit kleinen Änderungen vor. Der Reiz, den die
Werbung ausstrahlt, wird ein klein wenig abgeändert. So auch bei Meister
Propper: er ist ergraut. Schon diese kleine Änderung bewirkt bei der
Zielgruppe wieder die oben beschriebene Reaktion auf die Werbebotschaft.
Auch Boris Becker verkörpert zwar immer den gleichen AOL-User, doch
wird seine Geschichte in kleinen Nuancen weitererzählt.
die Werbepsychologie im Internet
Im Internet wird der Werbepsychologie noch zu wenig Beachtung geschenkt.
Einige Punkte machen es nicht besonders leicht, im dem eher kognitiven
Medium im wahrsten Sinne des Wortes den Nerv der Zielgruppe zu treffen.
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Einige technische Barrieren verhindern noch die uneingeschränkte Umsetzung
werbepsychologischer Erkenntnisse.
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Technische Errungenschaften können leicht dazu verlocken, werbepsychologische
Erkenntnisse über Bord zu schmeissen.
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Das Verhalten der Zielgruppe vor dem Computer ist noch nicht so genau erforscht
wie in der "realen Welt". Zum Beispiel ist es schwierig vorherzusagen,
wann ein Werbemail abgeholt wird und in welcher Lebenssituation die Werbung
dann wahrgenommen wird.
Abhilfe schafft hier u.a. das Webdesign, das sehr großen Wert
auf Farbgestaltung, Typografie, Einbeziehung der Blickkontakte, ergonomische
Aspekte u.v.m. legt.
Die menschliche Wahrnehmung und Verarbeitung
von Informationen ...
Ob vor dem Computer, mit dem Handy, vor dem Fernseher oder beim blättern
in einer Zeitschrift, die menschliche Wahrnehmung und Verarbeitung von
Informationen hält sich immer an die gleichen Gesetze und Regeln.
Ausschlaggebend:
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sind die biochemischen Abläufe im Gehrin bei Wahrnehmung und Verarbeitung
von Informationen und Gefühlen;
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sind die prägenden, individuellen Umwelteinflüsse und Erfahrungswerte;
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ist die Lebenssituation und die Gefühlslage, in der Werbung wahrgenommen
wird;
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ist die Tatsache, dass der Kern der Botschaft auch die versteckten Bedürfnisse
der Zielgruppe treffen muß;
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ist, dass die WebSite oder der dementsprechende Verkaufsplatz den Wiedererkennungswert
beim Konsumenten unterstützen muß;
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sind die Wahlmöglichkeiten beim Produktangebot - auch wenn die Unterschiede
nur minimal sind;
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ist die Häufigkeit der wahrgenommen Werbebotschaft;
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ist der gelungene Mix aus bewusst und unbewusst wahrgenommenen Werbebotschaften;
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sind die gelungenen kleinen Änderungen bei Verpackung, Auftritt, Musik,
etc;
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ist die Gelegenheit, vor dem Kauf Erfahrungen mit dem Produkt machen zu
können (Bsp.: Warenpröbchen).
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