von Gerhard J. Krebs, M.A.
"Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Niemand
glaubt, mehr davon zu brauchen als er hat." Die Erkenntnis René
Descartes' trifft in leicht abgewandelter Form auch auf Manager bezüglich
vorhandener Führungseigenschaften zu. Die daraus erwachsenden Probleme
sind vielschichtig. Schwächen in der Führung, denen man sich
selbst nicht bewußt ist, wirken sich früher oder später
aus. Ziele werden nicht erreicht, Termine platzen, Mitarbeiter sind unzufrieden,
der geplante Karrieresprung geht daneben.
Ein klares, eindeutiges und rechtzeitiges Feedback ist zur eigenen Standortbestimmung
von allergrößter Bedeutung. Aber Pferde als Feedbackgeber? Führungstraining
mit Friesenpferden?
Was in Management-Rollenspielen gegenüber Trainer und Teilnehmern
durch geschicktes Agieren verborgen werden kann, kommt beim Medium Pferd
ans Tageslicht: Unsicherheit, Überheblichkeit, Machtgelüste,
Kompromißlosigkeit, Übereifrigkeit. Auch wenn ein Manager den
einen oder anderen Schwachpunkt in seinem Führungsstil ahnt, er wird
ihn ich selbst gegenüber selten zugeben - und anderen gegenüber
schon gar nicht. Wie bekomme ich Manager dazu, ihr unbewußtes Führungsverhalten
zu offenbaren, es zu erkennen und daraus Schlußfolgerungen zu ziehen?
Was steckt hinter diesem Seminarkonzept? Was können Führungskräfte
ausgerechnet von Pferden lernen? Pferde sind vorurteilslose, absolut klare
Spiegel. Sie akzeptieren Ehrlichkeit, Vertrauen und Stärke. Sie folgen
demjenigen, der weiß wohin er will - und der von der Richtigkeit
seines Weges überzeugt ist. Diese Eigenschaften sind die Grundlagen
des Führungstrainings.
In den vier aufeinander aufbauenden Übungen haben die meisten Teilnehmer
den ersten unmittelbaren Kontakt zu Pferden. Und es sind besondere Pferde:
Friesenpferde - besonders groß, besonders dominant, besonders kooperativ.
Für die Teilnehmer gehört eine ordentliche Portion Mut dazu,
sich den Pferden zu nähern.
Deshalb beginnt es mit einer Beobachtungsphase. Welche Eigenschaften
lassen sich erkennen? Wer ist der Chef der Gruppe? Mit wem würde ich
mich selbst vom Verhalten her am ehesten identifizieren? Bei der Auswertung
dieser Übung zeigen sich bereits Unterschiede in der persönlichen
Beurteilung. Nicht der als "Macho" erscheinende größte der Friesen
ist der Boss. Großes Erstaunen in der Runde. Aber die Erklärungen
sind einleuchtend. Wer führen will muß dienen können, eine
wichtige Einsicht, über die sich kaum jemand bisher Gedanken gemacht
hat.
Die zweite Übung erfordert innere Überwindung jedes einzelnen.
Denn jetzt geht es um den direkten Kontakt zum Pferd. Natürlich ist
nicht jeder, der nun eines der Friesenpferde "führen" kann, automatisch
eine Führungskraft. Aber jeder, der die Seminarübung absolviert,
weiß, wo seine eigenen Stärken liegen und an welchen Schwächen
er gegebenenfalls arbeiten muß.
Anschließend geht es um die Frage der Sensibilität. Sehe
ich, was meinen Mitarbeiter gerade bewegt. Ist er offen für meine
Anforderungen? Welche Dominanzmittel stehen mir zur Verfügung? Oder
ist alles Kooperation? Diese Übung, Thema "Distanz und Nähe",
ist der zentrale Abschnitt des Seminars. Denn sie setzt mit unglaublicher
Präzision und Geschwindigkeit Erkenntnisse über Führungsqualitäten
frei und deckt schonungslos Führungsdefizite auf. Die Ergebnisse sind
für die ausführenden Teilnehmer genauso verblüffend, wie
für die zuschauenden.
Bei dem einen offenbart sich ganz unverkennbar eine Antreibermentalität,
die dem Mitarbeiter keinerlei Pause gönnt. Beim nächsten zeigt
sich, daß er Schwierigkeiten beim eindeutigen Artikulieren seiner
Anweisungen hat.
Dem Dritten läuft gar das Pferd davon, denn es gelingt ihm nicht,
die geforderte mentale Verbindung herzustellen. Und Führungsstrukturen,
auf die er sich zurückziehen könnte, gibt es hier nun mal nicht.
Im vierten Teil des Seminars geht es darum, sich selbst, das Pferd und
eines von drei möglichen Zielen realistisch einzuschätzen. Zum
Abschluß ein Erfolgserlebnis, das wünscht sich jeder der Teilnehmer.
Doch der Erfolg setzt vernünftige Planung und richtigen Umgang mit
den Ressourcen voraus. Und manchmal hilft es auch, nachträglich das
Ziel zu modifizieren.
Das alles findet ohne Rollenspiel und ohne Psychodiskussion statt. Die
Erlebnisse wirken über die rechte Gehirnhälfte auf das Bewußtsein
ein und verändern vorhandene Bilder. Dem Feedback der Pferde
kann sich niemand entziehen. Es ist direkt, absolut eindeutig und vor allem
ist es frei von jedem Hintergedanken.
Der Autor:
Gerhard J. Krebs M.A., Jahrgang 1949, konzipiert, entwickelt und führt
seit 1996 Managementseminare, Teamtrainings, Incentives und Events mit
dem "Medium Pferd" durch.
Nächster Seminartermin: 28.08.2000 in Erbach (Odenwald), Preis
pro Person 790,00 DM zzgl. MwSt.
Tel. 06161/912074, Fax 06161/912079
G&K HorseDream GmbH
Private Akademie für Pferde, Freizeit und Kommunikation
Schnellertsberg 30
D-64395 Brensbach