Unternehmensphilosophie und Mentalität
der Mitarbeiter sind eng miteinander verwoben und lassen sich nicht
von heute auf morgen verändern. Erster Schritt beim Knowledge-Management
ist die Erfassung der gegenwärtigen Situation, des Status Quo.
Mitarbeiterprofile müssen erstellt
werden. Ein sehr hilfreichen Artikel zu Mitarbeiterprofilen finde sich
bei .
Die Mitarbeiterprofile beinhalten Angaben sowohl zur Fach- und Methodenkompetenz
als auch zur sozialen und personalen Kompetenz. Nicht nur das Wissen des
Mitarbeiters, sondern auch wie er es umsetzen kann, ist hier von Bedeutung.
Hierbei soll möglichst jeweils ein Soll-
und ein Ist-Profil erstellt werden. In der Folgezeit geht es darum,
die Diskrepanz zwischen beiden Profilen zu minimieren, und somit den Arbeitsprozess
zu optimieren. Den Mitarbeitern muss klar gemacht werden, dass es hier
nicht um "persönliche" Kontrolle, sondern um Analyse und Verbesserung
des Produktionablaufes und des Arbeitsalltags geht.
Sind alle Personen und Aufgaben des Unternehmens
dokumentiert, sollte eine Person von "außen", ein Mediator,
hinzugezogen werden. Jemand, der weder die alten Strukturen des Betriebes,
noch die Mitarbeiter kennt, kann wesentlich objektiver urteilen (Distanz
schafft Klarheit), als jemand, der im Unternehmensgefüge verankert ist.
Ganz oben auf der Liste des Wissensmanagements
steht das Methodenwissen, auch unter dem Begriff Best Practice
bekannt. "Wie" etwas gemacht wird, kann von grundlegender Bedeutung für
die Produktivität und die Innovationsperspektiven eines Unternehmens
sein.
Weitere Wisseninhalte sind das Produktwissen,
Kundenwissen, Marktwissen und das Wissen um die Entwicklung bei der Konkurrenz.
Das Wissen muss erfasst und archiviert werden. In den Archiven soll es
jedoch keinesfalls verstauben sondern allen Mitarbeitern zugänglich
und somit von Nutzen sein.
Die grösste Herausforderung bei dieser
Aufgabe liegt in der Organisation und der Strukturierung des Wissens.
Bei grossen Unternehmen kann das Anlegen einer firmenspezifischen "Wissens-Datenbank"
mehrere Monate oder ein ganzes Jahr in Anspruch nehmen.
Ein gut gegliedertes Wissensarchiv sollte
Bestandteil jedes Intranets sein. Besonders wichtig ist, dass sämtliche
Neuerungen des Arbeits- und Produktionsprozesses hier festgehalten werden.
Nur durch ständige Aktualisierung des Stands des Wissens kann ein
Hinterherhinken vermieden werden.
Das Unternehmen Arthur Andersen
(AA) gehört zu den Vorreitern des Wissensmanagements. Schon 1993 wurde
bei AA eine Knowledge Exchange System eingerichtet. Nur drei Jahre
später umfasste das ein globale Wissensarchiv 18.000 Seiten. Die sogenannten
"Global Best Practices" standen (und stehen) allen Beratern weltweit
zur Verfügung.
Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet dieses
Archiv zurate zu ziehen, sowie die eigenen Informationen einfliessen zu
lassen. Um einen Anreiz für das Knowledge-Sharing zu schaffen
wurden Zahl und Qualität der Beiträge der Mitarbeiter bei der
Gehaltsfindung berücksichtigt.