Erster Schritt in Richtung effektive Wissensnutzung
ist es eine Atmosphäre des Vertrauens zu kreieren. Ob das Teilen von
Wissen, das "Knowledge-Sharing", ein "natürlicher" oder "unnatürlicher"
Vorgang ist, hängt ganz von der Unternehmensphilosophie und
-kultur ab. Der Arbeitgeber hat durch die Unternehmensphilosophie, die
explizit oder implizit an die Mitarbeiter weitergegeben wird, die Gestaltung
des jeweiligen sozialen Raums in der Hand.
Plumpe sozial-darwinistische Ansätze
auf innerbetrieblicher Ebene müssen modifiziert, wenn nicht ganz abgeschafft
werden. "Survival of the fittest team" könnte das neue Motto
lauten. Berücksichtigen auch den Umstand, dass je flacher die
Hierarchie
in einem Unternehmen ist, Wissensmanagement umso leichter realisierbar ist.
Die Unternehmensführung sollte mit
gutem Beispiel vorangehen. Machen Sie die Entscheidungsprozesse
transparent und lassen Sie die Mitarbeiter der betroffenen Abteilungen
aktiv daran partizipieren. Es sollte Ihnen kein Zacken aus der Krone springen,
wenn einer Ihrer Mitarbeiter Verbesserungsvorschläge zu "Ihrer" Arbeit
hat.
Brainware statt Software: Auch im
Bereich Wissens- bzw. Knowledgemanagement ist das Angebot an Software
erschlagend. Bevor Sie sich für eine Lösung entscheiden, sollten
Sie auf jeden Fall berücksichtigen, dass der entscheidende Prozess
beim Wissensmanagement im Kopf der Mitarbeiter und nicht auf den Festplatten
der Rechner stattfindet.
Natürlich kann die moderne Technologie
das Wissensmanagement immens erleichtern, doch was zählt, ist immer
noch das Gespräch, der persönliche Kontakt. Die Mitarbeiter
sollten Zeit bekommen sich zu Arbeitsabläufen, Produktion und Organisation
auszutauschen, ein bis zwei Stunden die Woche, bzw. 15 Minuten am Tag,
sind ausreichend hierfür. Die Resultate der Gespräche sollten
sofort, bzw. nach Absprache mit den Vorgesetzten oder/und der Geschäftsführung,
umgesetzt werden.
Manche Unternehmen drücken ihren Mitarbeitern
ein Sandwich in die Hand und lassen sie in der Mittagspause ihren
Beitrag zum Wissensmanagement erarbeiten. Es ist nicht jedoch nicht einzusehen,
dass die Optimierung der Arbeitsprozesse und somit Steigerung der Produktivität
auf Kosten der Mitarbeiter erreicht werden soll. Die Mittagspause dient
zur Erholung und sollte in jedem Fall erhalten bleiben.
Geben Sie Ihren Mitarbeitern die nötige
Zeit
und den nötigen Raum für den Erfahrungsaustausch. Die
nützlichsten Gespräche werden oftmals in der Cafeteria, dem Aufenthaltsraum
oder zwischen Tür und Angel geführt.