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Wissen und Karriere

Viele Mitarbeiter sehen ihr Wissen um Arbeitsmethoden, Produkte, Kunden, etc. zwangsweise als "persönliches Eigentum" an, und nicht als kollektives Nutzwissen, das den Erfolg des ganzen Betriebes, und somit auch den eigenen Erfolg, steigern kann.

Kein Zweifel, der eigene "Marktwert" steigt und sinkt mit Umfang und Qualität des Wissens. Hierbei wird allerdings immer wichtiger wie man dieses Wissen im Team einbringen, wie man Mitarbeiter und Arbeitgeber von seinem Wissen profitieren lassen kann.

Die Weitergabe von Wissen ist zum einen für Arbeitsvertretungen bei Urlaub oder Krankheit, zum anderen für den Gesamtarbeitsprozess eines Unternehmens von Bedeutung. Dieser kann nur dann optimiert werden, wenn die Aufgaben jedes Einzelnen genau analysiert und sinnvoll koordiniert werden.

Doch genau gegen diese Analysen wehren sich viele Mitarbeiter. Redewendungen und Ausdrücke wie "gläserne Mitarbeiter", "totale Kontrolle", "da werden wir doch alle nur noch zu Nummern", etc. zeigen die Befürchtungen der Mitarbeiter, die letztendlich von der Angst um den Arbeitsplatz herrühren.

Besonders deutlich wird die Situation durch das "Extrembeispiel" Aussendienst. Jeder Aussendienstmitarbeiter verfügt über wichtiges Spezialwissen, das Kundenwissen. Gibt er dieses weiter, geht unter Umständen "seine" Provision "flöten", nehmen Kollegen ihm die Kunden weg.

Um gute Voraussetzungen für Wissensmanagement zu schaffen, empfiehlt sich Provisionsregelungen neu zu überdenken. Nicht der Einzelne, sondern das ganze Team sollte bei Erfolg profitieren. Viele Unternehmen haben den Paradigmenwechsel von Einzelkämpfertum zu teamorientierten Arbeitsabläufen noch nicht richtig wahrgenommen, bzw. noch nicht umgesetzt.

Oftmals werden Mißstände bei Arbeitsorganisation, Produktion, etc. erst im Dialog deutlich. Die Zusammenhänge der einzelnen Arbeitsprozesse und der eigenen (oft unterschätzten) Rolle im Produktionsablauf werden zumeist erst durch das gemeinsame Gespräch bewusst.

In den USA durchgeführte Studien ergaben, dass 50 bis 95 % des Wissentransfers durch verbale Kommunikation übermittelt werden. Besonders empfehlenswert für die Übermittlung von praxisnahem Wissen ist die Einführung von Tutoren oder "Paten". Ältere, erfahrene Mitarbeiter zeigen den Berufseinsteigern Tricks und Kniffe um im Arbeitsalltag erfolgreich zu sein.

Jeder Mitarbeiter sollte einen direkten Ansprechpartner haben, der ihm bei der Aufbereitung des eigenen Wissens und bei der Verwertung des angebotenen Wissens behilflich ist. Dieser Wissensexperte oder Wissensmanager sollte außerdem eine Person des Vertrauens sein. Oftmals haben Mitarbeiter gute Ideen, trauen sich aber nicht, sie zu äussern, aus Angst längst bekanntes Wissen neu aufzutischen oder nicht realisierbare Lösungsvorschläge zu unterbreiten.

Es gibt auch engagierte Mitarbeiter, die trotz aller Mühe und guter Vorschläge von den Vorgesetzten, bzw. der Unternehmensführung ignoriert oder nicht ernst genommen werden. Das bedeutet Sie können gute Ideen nicht verwirklichen, wodurch auch die persönliche Entwicklung behindert oder blockiert wird. Wenn Sie Karriere machen möchten und nicht nur einen Arbeitsplatz zum "Altwerden" suchen, sollten Sie sich von solchen Arbeitsgebern möglichst schnell trennen.

 

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