"Genies verbinden
Ehrgeiz, Genialität, Talent und Glück." (Klaus Kolb/Frank
Miltner).
Jede Mutter, jeder Vater, der ein Kind
großzieht, ist kreativ, ebenso wie die Frau, die das Sekretariat
organisiert oder der Mann, der im Fußballverein für die Werbung
sorgt. Jeder ist im Alltag kreativ. Kreativität hat viele Gesichter,
und jeder Mensch hat seine eigene Definition vom Schöpferischen.
Sollten Sie allerdings denken, nicht
kreativ zu sein, ist das erstens nicht richtig und zweitens änderbar.
Denn durch viele Übungen kann jede und jeder seine Schöpfungskraft verbessern.
Kreatives Potential
Über kreatives Potential, d.h.
die Möglichkeit, schöpferisch zu handeln, verfügt jede Person.
Kreativität ist lernbar, und wir wollen Sie bei diesem Lernprozeß
unterstützen.
Beginnen wir mit dem, was am Ende eines
kreativen Prozesses steht: das kreative Produkt. Egal, um was es sich handelt,
jedes kreative Produkt erfüllt drei Kriterien:
-
ist es neu und anders als das Gewohnte.
-
Ist es überraschend
-
Ist es von Bedeutung, d.h. es wird von
anderen anerkannt.
Um dorthin zu kommen, schauen wir
uns den kreativen Prozeß genauer an:
Am Anfang steht das Problem, d.h. ein
(oft unbewußter) Wunsch, etwas bewegen zu wollen. Bewußtes
Nachdenken hilft kaum weiter, man stellt fest, daß man noch einiges
lernen muß, um das Problem lösen zu können. Sammeln Sie
alles, was Sie zu diesem Thema wissen, versuchen Sie, alle Fragen zu beantworten.
Diese Phase kann relativ lange dauern, weil man immer wieder aufgeben möchte,
da man sich über sein Ziel noch nicht richtig klar ist.
In der Reifephase beginnt man, im Geiste
ein Bild vom Problem zu zeichnen. Die Informationen, die der Verstand aufgenommen
hat, werden auf der unbewußten Ebene neu zusammengesetzt. Versuchen
Sie, mit sich selbst geduldig zu sein - Sie werden zu einer Lösung
kommen.
Und dann, beim Einschlafen, auf dem
Nachhauseweg, im Theater kommt der Geistesblitz - Sie wissen auf einmal,
was die Lösung Ihres Problems ist; aus den verwirrenden Einzelteilen
ist ein Ganzes geworden. Schreiben Sie Ihren Einfall auf.
In der vierten und letzten Phase, die
eigentlich eine reine Pflichtübung ist, geht es darum, aus dem Problem
und der gedachten Lösung eine Tat zu machen. Selbstkritisch muß
die Idee überprüft, geändert und umgesetzt werden.
Sie können Ihren Kreativitätsprozeß
unterstützen: Lesen Sie viel, sehen Sie sich Bilder, Gemälde,
Ausstellungen an, reden Sie viel mit anderen Leuten zu unterschiedlichen
Themen. Seien Sie interessiert an allem, was Ihnen begegnet. Seien Sie
offen gegenüber neuen Ideen, ohne sie gleich bewerten zu wollen.
Versuchen Sie, Ihre Arbeit inhaltlich
sehr vielfältig zu gestalten, nutzen Sie jede Möglichkeit, etwas
Neues zu lernen. Überlegen Sie, ob Sie Konflikte nicht durch Flexibilität
und Offenheit lösen können.
Lernen Sie aber auch, allein zu sein
und sich mit sich selbst zu beschäftigen. Lassen Sie sich nicht immer
ablenken.