Es sind heute kaum noch Stellenangebote zu finden, in
denen nicht der "Teamgeist" heraufbeschworen wird. Teamfähigkeit
und
Teamtauglichkeit sind die populärsten Ausdrücke in
Stellenbeschreibungen
quer durch alle Branchen.
Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass nur noch
in Horden gearbeitet wird, dass ohne Zuspruch und Unterstützung der
Teamkollegen keine Entscheidungen mehr getroffen und keine Ziele mehr erreicht
werden können.
Nun ist gegen Teamarbeit natürlich nichts einzuwenden,
denn Wissen und Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter
können im Team optimal genutzt werden. Mehr Köpfe haben auch
mehr Ideen und mehr Erfahrungswerte. Dadurch ensteht ein breiteres Spektrum
an Problemlösungsansätzen, das durch Interaktion, Austausch und
Diskussion der einzelnen Ideen nochmal potenziert wird.
Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass nicht
nur die fachlichen Fähigkeiten, die Hard Skills, die weichen
Faktoren - Soft Skills, sondern auch die Heart Skills der einzelnen
Teammitglieder zueinander passen, sich ergänzen. Personal-Entscheider
sollten dies schon bei der Einstellung, bzw. Einteilung beachten.
Ansonsten besteht die Gefahr, ein Team zusammenzustellen,
das beispielsweise nur aus extrovertierten, kreativen und mitteilungsbedürftigen
Mitarbeitern besteht, oder nur aus introvertierten, scheuen, ruhigen Mitgliedern.
Die Folgen solcher Gruppenkombinationen können Sie sich bestimmt selbst
Teamfähigkeit jedoch setzt ein optimales Team
voraus. Was verstehen wir aber unter einem optimalen Team?
Jeder von uns hat bestimmte Stärken und Schwächen,
die uns unterschiedlich befähigen, die anfallenden Aufgaben zu bewältigen.
Dies sind neben den persönlichen Präferenzen, wie Extrovertiertheit,
Introvertiertheit, etc. v.a. folgende Funktionen, denen wir im Arbeitsleben
begegnen:
[lesen Sie auch: das Team-Management-System]
Nur, wenn wir die Möglichkeit erhalten, in einem
Team zu arbeiten, das die hier genannten, sich ergänzenden Kernkompetenzen
besetzt hat, können wir unsere eigene Teamfähigkeit auch voll
entfalten :-)
Die Unternehmens- oder Projektleitung entscheidet, welche
Mitarbeiter eines Teams auf die Key Skills (Hauptaufgaben, Schlüsselfunktionen)
angesetzt werden und welche Positionen noch besetzt werden müssen.
Genauso muß die Unternehmens- oder Projektleitung entscheiden, das
Kernkompetenzen nicht doppelt besetzt werden, um Kompentenzgerangel auszuschliessen.
In diese Entscheidungen müssen nicht nur die betreffenden Mitarbeiter,
sondern auch der Rest des Teams, dem "weniger wichtige" Aufgaben zugeteilt
werden, eingebunden werden, bzw. einverstanden sein.
Optimale Teamleistungen werden nur dann erbracht,
wenn jedes Teammitglied mit seiner Aufgabe und mit seiner Rolle innerhalb
des Teams zufrieden ist. Die Mitarbeiter sollten auf jeden Fall ermutigt
werden, sich ehrlich zu ihrer Einteilung zu äußern.
Mit einer lächelnden Maske und unterschwelligen
negativen Emotionen (gegenüber sich selbst und den Kollegen) lassen
sich keine guten Leistungen erbringen. Dadurch kann das ganze Team erfasst
werden, worunter Produktivität und Kreativtät leiden.
Ein Team ist dann ein gutes Team, wenn jedes Mitglied
für sich den goldenen Mittelweg zwischen Konkurrenz und Kooperation,
zwischen Einzel- und Gruppenarbeit gefunden hat. Die Mitglieder sollten
sich nicht nur in ihren Fähigkeiten sondern auch in ihren Charaktereigenschaften
ergänzen. Idealerweise sollte eine gemeinsame Sprache gesprochen
werden, auch auf nonverbaler Ebene.
Es ist eine neue Arbeitsphilosophie, die im Entstehen
begriffen ist. Je schneller Arbeitnehmer wie Arbeitgeber sich dauf diese
Visionen einstellen, umso schneller werden sie Erfolge verzeichnen
können.