Soft Skills – aus unternehmerischer Sicht versteht man darunter
vor allem die Fähigkeiten eines Menschen, die bei der Personalwahl
gerne mit "Persönlichkeit" umschrieben und von Personalleitern immer
kritischer beäugt werden. Gemeint sind damit Sozial- und Methodenkompetenzen,
die Fähigkeit, mit anderen Menschen zielgerichtet zu kommunizieren
sowie teamorientiert zu denken und zu handeln.
"Wozu denn Soft Skills in Unternehmen?" Haben Sie sich diese
Frage auch schon mal gestellt? Der Münchner Lernmedienproduzent
Qualification network GmbH beschäftigt sich seit 8 Jahren mit der
didaktischen Vermittlung von Soft Skills und geht dieser Frage auf den
Grund:
Beziehungen zwischen Menschen in Firmen spielen sich stets auf zwei
Ebenen ab. Der Ansatz der zwei Ebenen lässt sich als ein Eisberg
symbolisieren. Die Sachebene, die den Hard Skills entspricht,
ist die Spitze des Eisbergs, sie ragt immer aus dem Wasser heraus.
Die persönliche Ebene ist die weitaus größere
und befindet sich unter Wasser, ist also nicht sofort sichtbar.
Hier geht es darum, wie wir miteinander umgehen, fühlen und denken
und welche Wertvorstellungen, Motive und Bedürfnisse
wir haben. Diese Ebene betrifft den Bereich der Soft Skills. Der nicht
sichtbare, unter Wasser liegende Teil eines Eisbergs war der Grund für das Sinken der Titanic.
Analog zu diesem Bild ist auch die Beziehungsebene die häufigste
Ursache für Schwierigkeiten innerhalb von Teams. Das ist die schlechte
Nachricht. Die gute Nachricht: Wenn man diese Ebene erkennt und hier den
Umgang miteinander vereinbart, kann die Beziehung und die Zusammenarbeit
zwischen zwei oder mehreren Menschen gut funktionieren. Mit anderen Worten:
Soft
Skills lassen sich trainieren.
Das Bewusstsein hierfür ist jedoch in deutschen Unternehmen – ganz
im Gegensatz zu US-amerikanischen Firmen – noch nicht sehr ausgeprägt,
denn Soft Skills rangieren derzeit auf Rang vier der "Hitliste" für
Weiterbildungsmaßnahmen. Hard- und Softwaretrainings,
Kompetenzen im kaufmännischen Bereich oder technisches Wissen
stehen nach wie vor an vorderster Front.
Das beweist, dass die Vermittlung von Hard Skills hierzulande immer
noch dominant ist. Dabei ist erst die Kombination bei der Fähigkeiten
ein Garant dafür, das gesamte Potenzial eines Unternehmens freizusetzen.
Denn was nützt es, wenn man über genügend Know-How verfügt,
Hightech-Computer zu produzieren, aber nicht weiß, wie man
sie seinen Kunden verkaufen und auf deren wirkliche Bedürfnisse
eingehen kann?
Rudolf Vogler, Qualification Network GmbH,