Der Self Science Unterricht ist frei und flexibel
gestaltet. Wichtig ist, dass Probleme und Sorgen, die die Kinder und Jugendlichen
gerade beschäftigen, zur Sprache kommen.
Oft sitzen die Kinder im Kreis auf dem Boden. Zu Beginn des Unterrichts
werden sie namentlich aufgerufen. Mit ihren Antworten liefern sie auch
gleich eine Bewertung ihrer emotionalen Befindlichkeit anhand
einer
Emotions-Skala, die von eins bis zehn reicht. "Zehn" bedeutet
prima Stimmung und voller Energie, "Eins" steht für besonders gedrückte
Stimmung und die damit verbundenen Gefühle.
Wenn sehr niedrige Zahlen genannt werden, haken die Lehrer in der Regel
nach, was die Ursache für die Niedergeschlagenheit ist.
Die Schüler müssen sich dazu nicht äußern, wenn sie
nicht möchten. Wenn sie es tun, wird über ihr Problem gesprochen,
werden gemeinsam Lösungsansätze gesucht. Hier treten oft
altersspezifische Probleme auf, die im Alltag kaum eine Chance hätten ernst genommen und reflektiert zu werden.
Der Self Science Unterricht besteht in erster Linie aus Aufgaben, die
im Team gelöst werden müssen. Hierbei steht weniger das
Ergebnis als vielmehr der Lösungsweg im Vordergrund. Ziel des
Unterrichts ist nicht die Vermeidung, sondern der kreative Umgang
mit Konflikten und Problemen.
Sehr oft sind es nur Unterstellungen und Missverständnisse,
die in Konflikte ausarten können. Wenn nicht gleich geklärt wird,
was die eigentliche Ursache für einen Streit ist, wird eine Konfliktlösung
sehr schwierig.
Auch das ist ein Lernziel des Social Science Unterrichts: die streitenden
Parteien sollen ruhig und sachlich argumentieren und sofort darauf aufmerksam
gemacht werden, wenn "persönliche Gefühle" Ursache für
den Streit sind.
Diese Kurse mögen, zumindest auf den ersten Blick, recht unspektakulär
erscheinen. Was jedoch viel wichtiger ist, ist die regelmäßige
Auseinandersetzung
mit den eigenen Gefühlen, sowie deren Bewusstwerdung und Unterstützung
bei der Steuerung der emotionalen Fähigkeiten.