infoquelle: Wie hoch sind die Kosten
für die Teilnehmer eines Kurses?
Frau Haberbusch: 12 Sitzungen mit
je 1,5 Stunden in einer Gruppe von 10-12 Teilnehmer/innen kommen auf DM
300.-.
infoquelle: Die Kursteilnahme erfolgt
ja auf freiwilliger Basis. Welche Art von Schülern sind an dem Angebot
am meisten interessiert?
Frau Haberbusch: Es geht quer durch.
Da ich für Ratenzahlung, Barzahlung und andere Möglichkeiten
der Finanzierung des Coaching offen bin, ist das Geld auch kein Problem.
Ich nehme an, dass sich aber vorwiegend Schüler/innen anmelden, die
eh schon motiviert sind. Ich stelle mich und das Coaching bei Elternabenden
vor, sowie auch vor den Schülern in den Klassen.
Die Schüler müssen einen Draht
zu mir haben, sonst kann ich als Coach kaum Einfluss nehmen. In
der Schule, in der ich mein erstes Engagement gezeigt habe, ist das Coaching
voll in das Gesamtprogramm von Schule und Wirtschaft, „fit for job“,
integriert und es melden sich hier über die Hälfte der Schüler
zum Coaching an. Abgesprungen ist noch niemand. Großen Spaß
macht es fast allen.
infoquelle: Die Teilnehmer erhalten
ein Abschlusszertifikat. Nach welchen Beurteilungskriterien werden
diese verfasst? Kann ein/e Teilnehmer/in auch "durchfallen"?
Frau Haberbusch: Das Abschlusszertifikat
ist eine Bestätigung der Teilnahme am Coaching. Es gibt keine Noten!
Wir sprechen aber offen darüber, dass das Zertifikat nur etwas "wert"
ist, z.B. für die Bewerbungsunterlagen, wenn der Jugendliche
auch eine positive Entwicklung gemacht hat. Sonst kann der Schuss nach
hinten los gehen. Das spüren die Jugendlichen auch schnell.
Bisher habe ich nur einen Schüler gebeten,
das Coaching zu verlassen, da er sich nicht in die Gruppe integrieren konnte
und das Coaching zum Nachteil der anderen Teilnehmer erheblich gestört
hat. Die Regeln, die im Coaching gelten, sind vom ersten Tag an
klar. Denn da arbeiten die Teilnehmer "ihre" Regeln aus. Ansonsten habe
ich bis jetzt jedem Schüler gerne und mit einem guten Gefühl
das Zertifikat geschrieben.
infoquelle: Welche Vorteile bringt
das Gruppencoaching den Schülern später beim Einstieg in das
Berufsleben?
Frau Haberbusch: Das kommt darauf
an, was der Schüler aus dem Coaching „mitnehmen“ will. Wenn er viel
mitnimmt, weiß er für welche mindestens 1-3 Berufe er sich bewerben
will. Er kennt die Berufsbilder durch Infos und Praktika
gut. Er hat eine Firmenliste mit Ansprechpartner. Er hat Bewerbungsunterlagen,
die zu ihm und dem Beruf passen.
Er weiß, wie er sich in einem Gespräch
zeigen kann, er kennt die Lage des Ausbilders. Bei Tests, in denen persönliche
und soziale Kompetenzen gefragt werden, weiß es was auf ihn
zukommen könnte. Er ist sich selbst geblieben, hat sich besser kennen
gelernt und hat ein Bild von dem, was ihn beim Einstieg ins Berufsleben
erwartet. Er ist selbstbewusst, denn er hat alle seine Schritte selbst
und selbständig erarbeitet und ist Profi für sich selbst und
für seine Zukunft.
infoquelle: Frau Haberbusch, danke
für das Interview und viel Erfolg für die Zukunft.
Frau Haberbusch steht Ihnen zur Beantwortung
weiterer Fragen zum Thema Coaching an Schulen gerne zur Verfügung:
--> Gunda
Haberbusch