Frau
Haberbusch arbeitet freiberuflich als
Gruppencoach für Schüler/innen,
die ca. eineinhalb Jahre vor ihrem Schulabschluss stehen. In 12 Gruppencoach-Sitzungen,
die sich über ein halbes Jahr erstrecken, wird den Jugendlichen der
Zugang zu einer erfolgreichen Zukunft, besonders den Einstieg ins Berufsleben,
erleichtert.
Durch die regelmäßigen Treffen
innerhalb dieses längeren Zeitraums, ist die Chance für die Jugendlichen,
Veränderungen anzunehmen und ihr Bewusstsein positiv zu prägen
sehr groß.
Die Kurse erfreuen sich wachsender Beliebtheit,
umso mehr freuen wir uns Frau Haberbusch im Rahmen unseres Themas "Self
Science" ein paar Fragen stellen zu dürfen.
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infoquelle: Guten Tag Frau Haberbusch.
Können Sie uns zu Beginn einen kurzen Überblick über die
Inhalte Ihrer Kurse geben?
Frau Haberbusch: Es gibt kein starres
Kursprogramm, denn Coaching orientiert sich an den Bedürfnissen
des Einzelnen und an den Bedürfnissen der Gruppe. Ich arbeite aber
mit einigen Bausteinen, die in irgend einer Form in fast allen Gruppen
auftauchen.
Ziel des Coachings ist es, dass die Jugendlichen
erkennen, dass nur sie selbst für sich verantwortlich sind, dass sie
(so weit wie möglich) selbst entscheiden, wie ihre berufliche Zukunft
(vorerst) aussehen soll, dass sie selbst alle Schritte einleiten und durchführen,
die sie zum Ziel bringen werden.
infoquelle: Mit welche Methoden vermitteln
Sie dieses wichtige "Lebenswissen"?
Frau Haberbusch: Als Coach gebe ich
den Jugendlichen Impulse, Wissen und Techniken, damit sie die Schritte
ins Berufsleben erfolgreich und zielorientiert meistern. Die Jugendlichen
erarbeiten selbst, was es heißt, z.B. ein Vorstellungsgespräch
zu führen, in dem mehr als „ja“ und „nein“ geantwortet wird, Bewerbungsunterlagen
zu erstellen, in denen die Persönlichkeit und die Motive
des Jugendlichen sichtbar sind.
Sie versetzen sich selbst durch Rollenspiele
in die Lage des Personalchefs, der einen Lehrling einstellen will. Die
Jugendlichen geben sich gegenseitig Feedback, bei allem was erarbeitet,
vorgetragen oder gezeigt wird. Die Feedbackregeln werden eingeübt,
so dass auch ein Jugendlicher, der z.B. kein Sprachwunder ist, nach seinem
Vortrag mit guten und motivierenden Hinweisen nach Hause gehen kann.
Trainiert und übergestülpt wird
in den Kursen nichts. Jeder soll seine Persönlichkeit erkennen, seine
Ziele und Wege selbst finden, ohne Poker, ohne Schauspielerei und ohne
einen Trainer, der ihm sagt „wie man das alles macht...“.
infoquelle: Für welche Schularten
bieten Sie das Gruppencoaching an?
Frau Haberbusch: Im Moment für
Realschulen,
neunte Klassen. Auch Gymnasien sind interessiert.
infoquelle: Was sind Ihrer Ansicht
nach die Gründe für die zunehmende Beliebtheit dieses Kursangebots?
Frau Haberbusch: Die liegen auf der
Hand: Die Ausbildungsbetriebe klagen über mangelnde Ausbildungsreife,
die Schulen sind erst in den Anfängen, den Schülern beim Schritt
ins Berufsleben sinnvoll unter die Arme zu greifen. Also sind die Jugendlichen
ziemlich alleine gelassen. Der Dschungel an Lehrberufen, Lehrstellen und
Anforderungen wird aber immer dichter. Durch das Coaching kommt
mehr Klarheit in die ganze Sache. Warum sollen Jugendliche sich unter ihrem
"Wert" der Wirtschaft gegenüber zeigen, nur weil sie nicht wissen,
wie die Türen aufgehen?