Mobbing in der Schule kann negative Folgen für den weiteren Lebensweg
der betroffenen Schüler haben und zwar nicht nur für die Opfer,
sondern auch für die Täter. Die Gruppe der "Täter" ist recht
klein, den grössten Anteil beim Mobbing stellen die Mitläufer.
Sehr oft sind die Täter noch unbeliebter in der Gemeinschaft
als die Opfer, nur die Angst vor ihnen verhindert den Ausschluss aus der Gruppe.
Mobbing kann in jeder Klasse auftreten, wichtig ist, dass offen über
dieses Phänomen der sozialen Gewalt gesprochen wird. Je offener
eine Klasse, samt Lehrern mit dem Thema umgeht, desto geringer ist "Angriffsfläche"
für Mobbing. In Klassen, in denen das Sozialklima stimmt, gibt
es, bis auf wenige Einzelfälle, kein Mobbing.
Zwischenmenschliche Probleme, die nicht thematisiert werden, können
nicht gelöst werden. Sie bilden den Nährboden für Mobbing
und oft genug den Ausgangspunkt für eine "kriminelle Karriere".
Direkte, bzw. kurzfristige Folgen von Mobbing, bei den Mobbingopfern,
sind:
Was die
Langezeitfolgen von Mobbing betrifft, kann man sagen, dass
die Täter mindestens genauso davon betroffen sind, wie die Opfer.
Sie können sich oft nur auf Kosten anderer profilieren, sind sie auf
sich selbst gestellt, "versagen"sie oft. Ein fehlerhaftes
Gerechtigkeitsbewusstsein,
das nie korrigiert wurde, lässt sie ausserdem relativ häufig
kriminelle Laufbahnen einschlagen.
Mädchen leiden im allgemeinen weniger unter Mobbing in der
Schule als Jungen. Für weibliche Mobbingopfer ist die Re-Integration
in die Gemeinschaft einfacher, weil Mädchen in der Regel kleiner Gruppen
bilden als Jungen, kommen sie mit ihrer Clique nicht zurecht, können
sie in den meisten Fällen die Gruppe wechseln. Im Gegensatz dazu gilt
für Jungen: wer von der Gruppe gemobbt wird, wird von der ganzen Klassengemeinschaft
gemobbt (die "Rangordnung" ist fester verankert).
Wie Studien gezeigt haben, stehen Frauen, die in ihrer Schulzeit gemobbt
wurden, vom Selbstbewusstsein her, in keiner Hinsicht anderen Frauen nach.
Das verhält sich bei Männern etwas anders: da männliche
Mobbingopfer
in der Schule oft gar keinen sozialen Rückhalt mehr haben und
immer wieder Angst vor körperlichen Übergriffen haben müssen,
haben sie auch als Erwachsene Probleme soziale Kompetenzen zu erwerben.
Welche Folgen Mobbing im Extremfall haben kann, wurde durch das Massaker
in Littleton, vor etwa einem Jahr, deutlich. Waren die Täter wirklich
nie vorher aufgefallen? Machte es eines Tages "Klick" und die Katastrophe
war da? Was neue Lösungsansätze betrifft hat dieser Amoklauf in den USA bisher
keine positiven Resultate gebracht. Manche extremen Gruppen wie die "Rocky
Mountain Gun Owners" fordern gar, alle Lehrer zu bewaffnen ("ooh, der Kleine
hatte ja doch nur eine Spielzeugpistole...").