Rund 25 Milliarden Mark haben deutsche Arbeitnehmer derzeit in ihre
"eigene" Firma investiert, der grösste Teil davon, 22 Milliarden Mark,
entfällt auf die Belegschaftsaktien.
Die Vergabe von Belegschaftsaktien ist die traditionelle Methode
der Mitarbeiterbeteiligung. Konzerne wie Lufthansa, Dresdner Bank,
Deutsche Bank, VW, DaimlerChrysler, etc. bieten ihrer Belegschaft seit
Jahrzehnten an, Aktien des eigenen Unternehmens zu Sonderkonditionen zu
Bei Belegschaftsaktien werden Rabatte zwischen 20 % und 40 %
gewährt, bis zu 300 Mark Rabatt jährlich sind steuer- und sozialversicherungsfrei.
Zumeist werden bestimmte Zeiträume oder Stichtage zum Verkauf
der Belegschaftsaktien vorgesehen.
Hier ein Beispiel: Ein DaimlerChrysler Mitarbeiter, der seit
1973 jeweils die Höchstzahl der ihm zustehenden Belegschaftsaktien
gezeichnet hat, hat 390 DaimlerChrysler-Aktien für 20.307 Mark erworben,
die 1999 einen Wert von 54.600 Mark hatten. Somit hat er durchschnittlich
knapp 1500 Mark jährlich durch Aktien des (eigenen) Arbeitgebers dazuverdient.
Aktienoptionen: Hier kann sich der Arbeitnehmer das Kaufrecht
auf eine bestimmte Anzahl von Aktien zu einem im voraus festgelegten Preis
sichern. Nach einer Sperrfrist von ein bis fünf Jahren kann er dann
entscheiden, ob er die Aktien erwerben möchte. Meistens dürfen
die Optionen nur dann gewandelt werden, wenn der Kurs der Aktie gestiegen
ist, was natürlich auch im Interesse der Mitarbeiter liegt.
Wandelschuldverschreibungen funktionieren wie Aktienoptionen,
mit dem kleinen Unterschied, dass sie ohne Wandlungshürde in Aktien
getauscht werden können. Der Arbeitnehmer kann sie also einlösen
und die Aktien verkaufen, auch wenn der Wert gefallen ist.
Eines der spektakulärsten Beispiele in Sachen Mitarbeiterbeteiligung
lieferte die Münchener EM.TV & Merchandising AG. Beim Börsengang
1997 bot Firmengründer Thomas Haffa jedem der 30 Mitarbeiter, je nach
Position 500 bis 5000 Wandelschuldverschreibungen an. Nach zwei Jahren
hat sich der Wert der Aktien verachtzigfacht, d.h. die Wandelpapiere der
Belegschaft sind mittlerweile zwischen 1,6 und 16 Millionen Mark wert.