Seien
Sie sich darüber bewußt, daß Sie kein Bittsteller sind
- Machen Sie sich klar, daß es hier nicht darum geht, daß
Ihr Chef Almosen verteilen soll. Sie haben etwas zu bieten und dafür
haben Sie auch einen angemessenen Gegenwert verdient. Es geht bei einem
Gehaltsgespräch um das Aushandeln von Leistung gegen Leistung. Gehen
Sie selbstbewußt, aber nicht arrogant in ein Gehaltsgespräch.
Wenn Sie auf gute Leistungen zurückblicken können, steht Ihnen
ein gutes Gehalt zu und Sie müssen sich nicht klein machen oder so
fühlen. Sie sind für Ihr Unternehmen ein wertvoller Faktor und
das sollte auch Ihr Chef würdigen.

Präsentieren
Sie Ihre Leistungen sachlich - Bleiben Sie - unabhängig davon,
wie das Gespräch verläuft - immer ruhig und sachlich. Sie sollten
weder Ihre Leistungen noch Ihre Wünsche emotional vortragen, sondern
informativ, selbstbewußt und sachlich.

Nutzen
Sie Fakten und Zahlen als Argumente - Ihre Argumente für ein höheres
Gehalt sollten immer stichhaltig und nachvollziehbar sein und nicht intuitiv
oder "aus dem Bauch heraus". Wenn Sie Ihre Forderungen mit Zahlen und Fakten,
die mit dem Erfolg des Unternehmens verbunden sind, untermauern können,
haben Sie gute Karten. Sehr günstig ist es auch, wenn Sie Ihre persönliche
Beteiligung an Unternehmenserfolgen darstellen können.

Win-Win-Lösungen
anstreben - Idealerweise ist eine Gehaltserhöhung eine Sache von
der beide - Sie und Ihr Vorgesetzter - profitieren. Deshalb sollten Sie
Ihre Forderung genau als eine solche Win-Win-Lösung präsentieren.
Sie sollten möglichst immer folgende Frage beantworten können:
Wieso
sollte die Firmenleitung ein Interesse daran haben, Ihnen ein höheres
Gehalt zu zahlen?
Wenn Ihre Vorgesetzten
erkennen, daß eine Gehaltserhöhung in Zukunft auch für
das Unternehmen zu klaren Vorteilen führt, dann wird es ihnen sehr
viel leichter fallen, Ihrer Forderung nachzukommen.

Nur
Forderungen stellen, die Ihr Chef auch erfüllen kann - Verlangen
Sie nichts Unmögliches. Wenn Ihre Forderungen vollkommen übersteigert
sind, katapultieren Sie sich von vornherein ins Aus. Seien Sie realistisch.
Verlangen Sie eine für Ihre Leistungen angemessene Erhöhung des
Gehaltes. Achten Sie auch darauf, bei Ihren Forderungen möglichst
keine ungeschriebenen Gesetzte im Unternehmen zu verletzten, da Sie so
vielleicht ein kategorisches Nein provozieren. Wenn Sie das aber für
nötig halten, müssen Sie sich argumentativ besonders gut vorbereiten.

Seien
Sie verhandlungsbereit, flexibel und erfinderisch - Bereiten Sie sich
darauf vor, flexibel und geschickt zu verhandeln. Es nutzt nichts, wenn
Sie sich auf eine bestimmte Summe versteifen, die Ihr Chef oder Ihre Chefin
nicht zu zahlen bereit ist. Schauen Sie lieber, was sonst noch an Vorteilen
für Sie möglich ist. Wenn Ihr Chef z.B. mit einem starren Gehaltsgefüge
im Unternehmen argumentiert, bieten Sie an, erfolgsabhängige Vergünstigungen
zu vereinbaren, steuerfreie oder steuerermäßigte Zusatzleistungen,
Sachleistungen, Direktversicherungen, Pensionszusagen, etc. Weitere Verhandlungspunkte
könnten bezahlte Weiterbildungsmaßnahmen, ein Dienstwagen, Essensgutscheine,
Sprachurlaube, bezahlter Sonderurlaub oder ähnliches sein. Es gibt
viele verschiedene Möglichkeiten, einen geldwerten Vorteil zu erlangen
- nutzen Sie das für sich.

Dont's - das
sollten Sie besser nicht tun
Jetzt wissen
Sie, was Sie tun können, um mehr Geld zu bekommen. Jetzt sollten Sie
auch noch beachten, was Sie in einem Gehaltsgespräch besser nicht
tun.
Ziehen
Sie nie Ihre Kollegen zum Vergleich heran - Vergleichen Sie sich auf
keinen Fall mit Ihren Mitarbeitern. Argumentieren Sie nicht mit den Gehältern
oder Leistungen Ihrer Kollegen. Sie werden nicht an den anderen gemessen,
sondern an Ihren eigenen Leistungen. Außerdem mögen es viele
Vorgesetzte nicht, wenn Mitarbeiter vertrauliche Informationen über
Gehälter preisgeben. Machen Sie auch niemals andere Kollegen schlecht,
um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken oder um Ihren Forderungen
Nachdruck zu verleihen. Selbst wenn jemand Ihrer Meinung nach schlechtere
Leistungen als Sie bei mehr Gehalt zeigt, sollten Sie dieses Argument nicht
einsetzen. Kaum ein Chef wird sich einsichtig zeigen und Sie disqualifizieren
sich durch diese Taktik möglicherweise auf sehr negative Art.
Argumentieren
Sie nicht mit privaten Gründen oder Schwierigkeiten - Ihre privaten
Wünsche und Nöte sind für ein Gehaltsgespräch als Argumente
tabu. Für Ihr Privatleben sind Sie verantwortlich, nicht Ihr Vorgesetzter.
Versuchen Sie auf keinen Fall, Mitleid zu erwecken. Daß Sie ein neues
Auto brauchen, Ihre Kinder so viel Geld kosten, oder daß Sie sich
verschuldet haben, interessiert Ihren Chef nicht. Eine solche Argumentation
ist für Sie beschämend und peinlich und führt unter Umständen
dazu, daß Ihr Chef Sie mit ganz anderen - in dem Fall negativen Augen
sieht.
Greifen
Sie nie Ihren Vorgesetzen an, auch wenn Sie frustriert sind - Es kann
sehr frustrierend sein, wenn Ihre Gehaltswünsche abgelehnt werden,
vor allem wenn Sie sich ungerecht behandelt fühlen. Vermeiden Sie
es dennoch auf jeden Fall, unsachlich zu werden und Ihren Chef verbal anzugreifen.
Werden Sie nicht persönlich und bleiben Sie ruhig. Sie ziehen sonst
den kürzeren.