Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis enthält, neben den persönlichen
Angaben des Arbeitnehmers und der Dauer seines Beschäftigungsverhältnisses,
eine Beschreibung des Aufgabenfeld und Qualifikationen.
Beförderungen, Zuteilung neuer Aufgaben- und Verantwortungsbereiche
und innerbetriebliche Weiterbildungen gehören natürlich auch
ins Zeugnis. Die Beschreibung des Fachwissens sollte recht exakt formuliert
werden. Das ist besonders bei PC- und IT-Kenntnissen wichtig: Achten Sie
hier auf die aktuelle Bezeichnung der jeweiligen Software.
In der Leistungsbeurteilung werden Arbeitsweise, -tempo und -qualität
bewertet. Die Beurteilung sollte auch Angaben zu Fachkenntnissen,
Lernfähigkeit,
Belastbarkeit
und Berufserfahrung, sowie der sozialen Kompetenz enthalten.
Bei der sozialen Kompetenzen spielen Arbeitshaltung und
Teamfähigkeit
eine grosse Rolle. Die zunehmende Technologisierung der Arbeitswelt bringt
die Spezialisierung des Einzelnen mit sich. Der Einzelne muss als Teil
des Ganzen, mit dem Team harmonieren. Jeder Mitarbeiter trägt seinen
Teil dazu bei, dass der Arbeitsprozess reibungslos funktioniert.
Weitere wichtige Punkte der sozialen Kompetenz sind Durchsetzungsvermögen
und die Fähigkeit konstruktive Kritik anzunehmen und so den
eigenen Arbeitsablauf zu optimieren. Wer die Kritik der Mitarbeiter und
Vorgesetzten allzu oft persönlich nimmt, und je nach Temperament in
Tränen ausbricht, einen Wutanfall bekommt oder sich von der Gruppe
zurückzieht, kann nicht nur nicht die gleiche Arbeitsqualität
erbringen wie der Rest des Teams, sondern stört womöglich auch
den Arbeitsfluss der Gruppe, worunter die allgemeine Produktivität
und Kreativität leiden.
Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft,
Durchhaltevermögen und Ehrlichkeit sind weitere Eigenschaften, die
für potentielle Arbeitgeber von Bedeutung sind, und möglichst
im Zeugnis Erwähnung finden sollten. War ein Mitarbeiter jedoch nur
"pünktlich" oder "freundlich" wird durch Leerstellen das Gefühl
vermittelt, er habe sonst nichts geleistet.
In der Schlussbemerkung drückt der (ehemalige) Arbeitgeber
sein Bedauern darüber aus, dass das Beschäftigungsverhältnis
endet, und wünscht dem Mitarbeiter viel Glück für die Zukunft.
Die Glückwünsche dürfen jedoch nicht überladen wirken,
da sie sonst leicht ironisch verstanden werden könnten.
Eine Schlussbemerkung wie: "Wir wünschen Frau Müller, dass
sie zukünftig viel Erfolg auf ihrem Berufs- und Lebensweg hat.", mag
im ersten Moment ganz nett klingen. Dahinter steckt jedoch die Anspielung,
dass Frau Müller bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber keine Erfolge zu
verzeichnen hatte.