Maßlos überschätzt haben die Website-Betreiber der Start-Up-Szene
im letzten Jahr die Einkommenschancen über Online-Werbung.
Maßlos überschätzt haben aber auch die Werbetreibenden
die direkte Wirkung der Bannerkampagnen im Netz. Und maßlos überschätzt
wurden von Media-Planern und Targeting-Experten die Messbarkeit
der Werbewirkung.
Ja, ich weiss: Klicks sind messbar und eine ganze Micro-Branche
hat sich zwischenzeitlich im Internet auf das Tracking der Userdaten
gestürzt. Alles kann scheinbar nachgewiesen werden: Wo wurde der Banner
geschaltet, wer hat geklickt und wieviele Leute haben daraufhin die Produkte
gekauft.
So ist es für mich als Werbetreibenden doch nur logisch, daß
ich die Bezahlung der Werbeplattformen ganz hinten ansetze: Wenn
bestellt wurde, bezahle ich!
Welch fatale Fehlkalkulation!
Ich will nun nicht darüber sprechen, dass keine Werbebuchung
auf Litfaßsäulen danach bemessen wird, wieviele Leute
in den nächsten Laden stürmen. Es ist auch kaum vorstellbar,
dass Fernsehwerbung umsatzabhängig funktioniert. Probieren
Sie es doch einmal aus und rufen RTL an: Von jedem Kasten Krombacher, der
nachgewiesenermaßen durch RTL-Werbung gekauft wurde geht 1 Mark an
RTL.
Interessanter Ansatz, oder?
Außenvor bleiben immer die Effekte wie Markenbildung oder
Image.
Doch selbst an den unbegrenzten technischen Möglichkeiten scheitert
dieser Ansatz:
-
Was passiert, wenn beim Betrachten des Banners das Bedürfnis
zum Kauf des beworbenen Produktes nicht da ist, aber ein paar Tage später?
-
Was ist, wenn ich meine Reise doch nicht im Netz buche, sondern
das Reisebüro vor Ort aufsuche?
-
Was ist, wenn ich über den Call-Center mein Produkt bestelle?
-
Welchen Anteil an Image hat die Kampagne gebracht usw. usw.
Fakt ist:
Werbung im Netz ist so zu betrachten, wie Werbung bislang
immer funktioniert hat:
Jeder Kontakt mit dem Werbemittel hat etwas beim Nutzer bewirkt.
Und dieses "Bewirkt-haben" ist einzig und allein auf die Werbeplattform
zurückzuführen. Diese Leistung müssen wir honorieren.