Eine im Auftrag des Deutschen Studienpreises der Körber-Stiftung
vom Institut für Demoskopie Allensbach gerade abgeschlossene
repräsentative Meinungsumfrage - in der Wochenzeitung DIE ZEIT (44/2000)
erstmals veröffentlicht - fördert in dieser Hinsicht Erstaunliches
zutage. Die Allensbach-Studie zeigt, wie die Deutschen ihren
Körper optimieren wollen
Eine Mehrheit der Deutschen kritisiert zwar den heute betriebenen Körperkult.
Aber dies setzt voraus, dass ein solcher faktisch vorhanden oder aber zumindest
in den Köpfen wirksam ist.
Zwar herrscht ganz überwiegend Skepsis vor, wenn der Mensch
sich zum Herrn über sich selbst machen will. Gleichzeitig aber werden
bereits routinemäßig praktizierte Eingriffe wie zum Beispiel
Herzverpflanzung
oder künstliche Befruchtung von einer deutlichen Mehrheit befürwortet.
26 Prozent aller Befragten würden sich einzelne Hirnzellen transplantieren
lassen. Immerhin jeder Fünfte fände es jetzt schon gut, wenn
man durch den Einbau eines Chips die Gehirnleistung verbessern
könnte, und jeder Zehnte begrüßt die mögliche Verpflanzung
von Gehirnen. In der jüngsten Altersklasse der Umfrage, bei den
16- bis 29-Jährigen, verdoppelt sich dieser Anteil sogar.
Den Kopf möchte dabei allerdings kaum jemand verlieren.
Nur 4 Prozent der Befragten würden ihren Schädel auf einen
fremden Körper setzen lassen - oder sollte man sagen: immerhin
vier Prozent?
Das Herz, vor Jahrhunderten noch Sitz der Seele, Hort
der Liebe und Quelle gewaltiger Mythologien ist heute fast
ein auswechselbares Körperaggregat. Über 90 Prozent würden
auf ein Ersatzteil zurückgreifen, wenn das eigene Organ geschädigt
ist. Dabei würden 8 Prozent immerhin auch ein tierisches Herz
- von Affe oder Schwein - in ihrem Körper schlagen lassen.
Was das Embryonenschutzgesetz verbietet - Embryonen als Ersatzteillager
-, stößt auch bei der Mehrheit der Befragten auf ethische Bedenken.
Nur 6 Prozent würden sich ein aus embryonalen Zellen herangezogenes
Organ einpflanzen lassen. Den Verheißungen der Organzüchter
sieht dennoch fast die Hälfte der Deutschen erwartungsvoll entgegen.
47 Prozent würden sich ein Ersatzorgan aus eigenen Zellen züchten
lassen.