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Musikunterricht an Schulen

An deutschen Schulen wird gerade der Musikunterricht viel zu sehr vernachlässigt. Aufgrund von Musiklehrermangel findet oftmals noch nicht einmal der einstündige konventionelle Musikunterricht statt.

1988-89 und 1990-91 wurden in der Schweiz Schulversuche mit erweitertem Musikunterricht durchgeführt, Musik in der Schule. Schon diese Untersuchungen belegten, dass die Lernfähigkeit, also Konzentration, Gedächtnis und Motivation durch (erweiterten) Musikunterricht zunehmen.

Wie wichtig die musikalische Erziehung ist, zeigte auch der Musikpädagoge Hans Günther Bastian mit seiner Studie "Musik(erziehung) und ihre Wirkung".

Die an fünf Berliner Grundschulen durchgeführte Langzeitstudie, brachte recht eindeutige Resultate. Von 1992 bis 1998 (in Berlin dauert die Grundschule 6 Jahre) wurden etwa 170 Kinder beobachtet.

Der grössere Teil der Kinder, etwa zwei Drittel, gehörte zu den sogenannten Modellklassen. Sie hatten 2 Stunden Musikunterricht in der Woche, lernten außerdem ein Instrument zu spielen und im Ensemble zu musizieren.

Die restlichen Kinder hatten während dieser Zeit nur eine Wochenstunde konventionellen Musikunterricht, sie bildeten die Kontroll- bzw. Vergleichsgruppe.
 

Ergebnisse der Studie:

Soziale Kompetenz:

Besonders für die Entwicklung der Soft Skills ist die Musikerziehung von großer Bedeutung. Seit Beginn des Musikunterrichts war die Zahl der Kinder, die keine Positivwahl im Klassenverband erhielten ("den Schüler mag ich"), in der Modellgruppe doppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe.

Umgekehrt war auch der Anteil der Kinder, die Ablehnung von den Klassenkameraden erhielten ("den Schüler mag  ich nicht"), im allgemeinen in den Modellklassen nur halb wo groß wie in den Kontrollklassen.

---> Folgerung: durch "erweiterte" Musikerziehung werden Gewalt und Aggressionen unter Kindern und Jugendlichen deutlich vermindert.

Intelligenz:

Bezüglich des Intelligenzquotienten verlief die Entwicklung beider Gruppen innerhalb der ersten vier Jahre mehr oder weniger parallel. Ab der fünften Klasse machten sich jedoch eklatante Unterschiede bemerkbar.

Der IQ-Mittelwert der Modellgruppen lag bei 111, der IQ-Mittelwert der Kontrollklassen lag bei 105.

--> Folgerung: Musik, Musizieren und Musikerziehung wirken sich positiv auf die Intelligenzentwicklung von Kindern aus.
 

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Studie "Musik(erziehung) und ihre Wirkung" finden Sie auf der Site des Instituts für Musikpädagogik in Frankfurt .

 

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