Es gibt wohl kaum ein besseres Heilmittel gegen Müdigkeit, Abgespanntheit
und Schlappheit als schlafen. Gerade jetzt im Frühjahr ist ausreichend
Schlaf besonders wichtig, weil uns der Wechsel des Tageszeiten-Rhythmus
und die starken Temperaturschwankungen zu schaffen machen.
Redewendungen wie "Schlaf macht schön" deuteten es bisher nur an,
doch heute wissen wir: Wer nicht genug schläft altert tatsächlich
schneller. An der Universität Chicago wurden Schlafversuche mit
jungen Männern vorgenommen. Wenn sie mehrere Tage lang nur vier Stunden
schliefen, traten deutlich vermehrt Alterssymptome auf: Der Cortisolspiegel
im Blut stieg und die Glucosetoleranz verschlechterte sich, etc.
Dies ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass unser Körper
hart arbeitet während wir schlafen, um schädliche Stoffe abzubauen,
Zellen zu erneuern und die Energiespeicher neu aufzufüllen. Auch das
Gehirn
ruht keineswegs durchgehend wenn wir schlafen.
Forscher der Universität Arizona bewiesen, dass Gehirnzellen im
Tiefschlaf genau das gleiche Aktivtätsmuster entwickelten wie bei
einer Lernübung am Tag zuvor. Das bedeutet: Im Schlaf wiederholt
unser Gehirn, was es am Tag zuvor gelernt hat, um es sich besser einzuprägen.
Schlafmangel kann also wirklich krank machen und zwar physisch
und psychisch. Experimente zeigten, dass Menschen bei totalem Schlafentzug
nach nur etwa 60 Stunden Halluzinationen und Wahnvorstellungen bekamen.