Das Wort Humor kommt aus dem Lateinischen
(humores) und bedeutet(e) "Körpersäfte". Zu diesen Körpersäften
gehörten, nach dem römischen Arzt Galen: Blut, Schleim, sowie
schwarze und gelbe Galle. Mit den genannten Körperflüssigkeiten,
bzw. deren vermehrten Auftreten in einem Individuum, wurden unterschiedliche
Persönlichkeitsgrundzüge assoziiert.
Die vier Grundcharakter waren die Melancholiker
(traurig, zurückgezogen), die Sanguiniker (fröhlich, extrovertiert),
die Phlegmatiker (pessimistisch, introvertiert) und die Choleriker
(aktiv, ehrgeizig, aufbrausend). Waren die vier Körpersäfte in
gleichen Anteilen vorhanden, sprach man von einem "guten Sinn für
Humor".
Heute weiss man, dass Menschen sich nicht
einfach in bestimmte Schubladen stecken lassen, sondern eine dynamische,
sich ständig weiterentwickelnde Persönlichkeit haben.
Ein Grundsatz jedoch ist seit Menschengedenken geblieben: Wer mit einem
Lachen durchs Leben geht, hat mehr davon.
Lachen öffnet Türen und Herzen.
Wer viel lacht und lächelt, ist in der Regel mit sich selbst zufrieden
und wer mit sich selbst zufrieden ist, hat immer genug Grund seiner Heiterkeit
freien Lauf zu lassen. Fängt man erst mal richtig zu lachen an, setzt
schnell ein positiver Kreislauf ein: ein vermeintlich hartes Schicksal
lässt sich leichter ertragen, die Arbeit geht besser von der Hand
und macht dementsprechend mehr und mehr Spass, usw. Menschen mit Humor
meistern ihre Karriere zumeist spielerisch, Grieskrämer tun
sich schwer und sind selbst bei guter Qualifikation meist nicht so erfolgreich
wie fröhliche Menschen.
Lachen lockert Komplexe ebnet psychologische
Hemmschwellen, bereinigt "schwierige" Situationen: wer kennt das nicht,
kleine Verlegenheitsmomente können in jeder noch so eingespielten
Gruppe auftreten, sei es privat oder am Arbeitsplatz, da hilft oft ein
kleiner Witz (muss noch nicht mal so witzig sein, gelacht wird dennoch,
aus der angespannten Situation heraus) um die Gruppe zum Prusten zu bringen.
Danach ist die allgemeine Stimmung gleich viel lockerer.
Lachen stärkt einerseits die Gemeinschaft,
andererseits können Lachen und Humor erst durch die Gemeinschaft entstehen.
Die erste "humorgebende Instanz" ist die Familiengemeinschaft. Hier
lernt der Zuwachs was lustig ist und was nicht. Mit den Jahren entwickeln
viele Familien ihre eigene lustige "Sprache des Humors", haben ihre Dauerbrenner
an Witzen, mit denen letztendlich auch das Gefühl von Vertrautheit
gegeben wird. Wo gelacht wird, ist man gerne zuhause.
Humor ist also auch ein sehr wichtiges
Entscheidungskriterium der Gruppenzugehörigkeit, das wusste
schon Goethe: "Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter,
als durch das, was sie lächerlich finden."
Lachen ist das gesündeste Ventil um
angestaute Aggressionen abzulassen. Oftmals ist Lachen eine mehr
oder weniger bewusste Provokation, man macht sich über andere
lustig. Schadenfreude ist zwar nicht unbedingt die "beste Freude", aber
sie ist sehr leicht auszulösen, was sich die Film- und Fernsehindustrie
gut zunutze macht.
Lachen regt außerdem die Kreativität
an: durch Lachen distanziert man sich leichter von schwierigen Situationen,
sieht die Welt in einem objektiveren Licht, wodurch neue Ideen sprudeln
können. Festgefahrene Verhaltensmuster können durch Humor leichter
abgelegt werden. Die Liste der psychologischen Folgen des Lachens ist hiermit
noch nicht vollständig, doch im Rahmen dieses Artikels wollen wir
es dabei belassen und uns nun den körperlichen Auswirkungen des Lachens
widmen.