Prof. Dr. Wolfgang Stroebe vom psychologischen Institut, Utrecht, geht
hierzu recht pragmatisch vor: "Übergewicht läßt sich dauerhaft
nur durch fettarme Ernährung reduzieren. Hinzu muß etwas Bewegung
kommen. Diäten sind sinnlos."
Naja, ganz unrecht hat er damit natürlich nicht. Unser Körper
verfolgt seine eigenen Regeln zur Gewichtsreduktion und läßt
sich hier auch nicht gerne "reinschwätzen".
Der Fettabbau
Unser Körper hat eine sehr wichtige Aufgabe: er muß darauf
achten, daß wir nicht verhungern. Um diese Aufgabe zu erfüllen,
bedient er sich einiger Tricks. Muß er sich auf Notzeiten gefaßt
machen (zum Beispiel, wenn Sie eine Diät beginnen und ihm somit seine
übliche Ration Kalorien verweigern), greift er nicht sofort auf seine
mühsam angelegten Fettreserven zurück. (Motto: von seinen Fettreserven
kann ein Mensch am längsten zehren)
Achten Sie also darauf, statt (oder zusätzlich zu) einer Crashdiät
lieber eine langfristige Ernährungsumstellung anzupeilen. 1-2 kg pro
Monat Gewichtsreduktion ist ein sinnvolles Unterfangen und steht im Einklang
mit Ihrem Körper. Eine langfristige Ernährungsumstellung bedeutet
in erster Linie:
fettarme Ernährung, viel Trinken und Bewegung.
Der Wasserhaushalt
Der Körper reduziert also zunächst einmal den Wasserhaushalt
im Körper. Nutzen Sie diesen Durst aus. Begleiten Sie Ihre Diät
mit mindestens 2 Litern Wasser pro Tag. Dies dämpft das Hungergefühl
enorm, steigert die Verdauung und hält Sie während der Diät
frisch und bei guter Laune.
Die Verdauung
Eine gute und rege Verdauung ist mit das A und O einer Fastenkur. Reines
Wasser, Obst, Gemüse, Trockenobst und Bewegung erleichtern Ihren Verdauungsorganen
das Leben und unterstützen Ihre Gewichtsabnahme.
Die Bewegung
Langsame und regelmäßige Bewegung bei jeder Gelegenheit
(einkaufen, Treppen steigen, spazierengehen, schwimmen, langsames joggen)
verhindern den Muskelabbau des Körpers und nötigen den Körper,
die Gewichtsreduktion nicht durch einen Muskel- und Wasserabbau herbeizuführen,
sondern die eigentlichen Fettreserven anzugreifen.
Der Kummerspeck
Die Probleme, die man sich angegessen hat, lassen sich durch eine Diät
leider nicht beseitigen. Gehen Sie sanft mit sich um und widmen sich neben
der Gewichtsreduktion auch der Lösung Ihrer Probleme. Unterstützung
erfahren Sie hierbei natürlich bei einer psychologischen Beratung
oder innerhalb einer Therapie. Handelt es sich jedoch um kurzfristigere
Probleme kann auch die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe oder an einer
Diätgruppe förderlich sein. So können Sie sich mit Gleichgesinnten
austauschen und evtl. auch über Gründe der Gewichtszunahme reden.
Die innere Ruhe
Leider gibt es noch keine fundierten, wissenschaftlichen Erkenntnisse
über den Zusammenhang der Entspannung (Alpha-Zustand) und der erfolgreichen,
dauerhaften Gewichtsreduktion. Jedoch ist immer wieder festzustellen, dass
Menschen, die ihr inneres Gleichgewicht gefunden haben, auch eine sehr
ausgewogene Ernährung und Bewegung betreiben. Gewichtsprobleme (zu
dünn oder zu dick) sind kein großes Thema mehr - das Körpermaß
pendelt sich ein. Beziehen Sie also auch Entspannungsübungen in Ihren
Diätplan mit ein. Unter
finden Sie beispielsweise eine erstaunliche Anzahl von Artikeln zu der Entspannungstechnik
Yoga und Anleitungen zu Yogaübungen.
Keine Verbote, erlauben Sie sich lieber etwas
Wenn wir auf ein Nein oder ein Verbot stossen, wird dadurch unsere
Aufmerksamkeit richtig aufgewühlt. Wenn Sie am Abend nur darüber
nachdenken, keine Schokolade zu essen, kann es Ihnen passieren, daß
Sie ganz wild darauf werden. Gönnen Sie sich jedoch am Abend noch
einen Apfel oder einen kleinen Salat, stimmen Sie Ihre Gedanken gnädiger.