Im Zusammenhang mit Insektengift
ist grundsätzlich zu unterscheiden zwischen Reaktionen die durch das
Gift hervorgerufen werden und allergischen Reaktionen.
Der Stich einer Biene oder
Wespe ist immer schmerzhaft. Die Einstichstelle schwillt unmittelbar nach
dem Stich an, ist gerötet und tut weh.
Toxische Reaktionen in Form
von Gewebeschäden in Haut, Muskulatur, Nieren und Leber treten erst
nach einer Vielzahl von Stichen (50-100) auf; eine tödliche Dosis
wird bei Erwachsenen erst durch mehrere hundert bis tausend Stiche verabreicht.
Stiche im Kopfbereich sind stets gefährlicher, da das zarte Gewebe
insbesondere im Mund und Rachenraum stärker anschwillt und zu erheblichen
Einschränkung der Atmung bis hin zum Atemstillstand führen kann.
Bei bestehender Sensibilisierung kann eine schwere allergische Allgemeinreaktion
durch einen einzelnen Stich ausgelöst werden.
Folgende Reaktionen können
durch Insektenstiche hervorgerufen werden. Anhand des Schweregrades der
Reaktion läßt sich potentielle Gefährdung durch eine Insektengiftallergie
ablesen:
Lokalreaktion
Die normale Hautreaktion
auf einen Bienen oder Wespenstich besteht in einer Schwellung von 5-10
cm Durchmesser, die unmittelbar nach dem Einstich erfolgt und sich innerhalb
von einem Tag wieder zurückbildet. Sie wird von Schmerz und Juckreiz
begleitet.
Verstärkte Lokalreaktion
Eine verstärkte Lokalreaktion
ist ein Hinweis auf eine bestehende Insektenallergie. Es zeigt sich eine
Schwellung um die Einstichstelle, die im Durchmesser größer
als 10 cm ist, mitunter ganze Körperteile erfaßt. Sie tritt
innerhalb von Minuten bis Stunden nach dem Einstich auf und hält länger
als ein Tag an. Ein Allergietest sollte durchgeführt werden. Bei erneuten
Stichen muß mit allergischen Allgemeinreaktionen gerechnet werden.
Leichte Allgemeinreaktion
Die leichte Allgemeinreaktion
zeichnet sich durch Nesselausschlag (Urticaria) am ganzen Körper,
Gesichtsschwellung (Quincke-Ödem), Übelkeit, Kopfschmerzen aus.
Ein Arzt sollte umgehend aufgesucht werden.
Schwere Allgemeinreaktion
Neben Ausschlag und Schwellungen
kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Schüttelfrost bis hin
zum Kreislaufkollaps. Insbesondere für ältere Menschen mit Herz-
Kreislaufschwächen kann dieser Zustand lebensbedrohlich sein.