Immer mehr Ärzte raten ihren über 60-jährigen Patienten
sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Das ergab eine aktuelle
repräsentative Umfrage des Emnid-Instituts, Bielefeld.
Im Vergleich zu Umfragen von 1999 und 2000 steigt die Akzeptanz dieser
öffentlich empfohlenen Impfung stetig: Mehr als die Hälfte der
befragten Ärzte empfiehlt die Pneumokokken-Impfung ihren über
60-jährigen Patienten jetzt routinemäßig. Damit folgen
sie der offiziellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission
(STIKO) in Berlin.
Erkrankungen durch Pneumokokken-Bakterien verursachen
jährlich etwa 12.000 Todesfälle in Deutschland. Ältere Menschen
sind besonders gefährdet: 90 Prozent der Opfer sind älter als
60 Jahre. Drei von vier Ärzten raten daher vor allem ihren älteren
Patienten zur Impfung.
Dies ist eine weitere Zunahme gegenüber den Umfragen von 1999 (59
Prozent) und 2000 (70 Prozent). Die Impfempfehlung der STIKO von
1998 – Pneumokokken-Impfung für alle über 60 – setzt sich langsam
durch.
Fast jeder zweite Arzt (48 Prozent) gibt die Empfehlung an seine Patienten
mit Atemwegserkrankungen weiter. 1999 war dies nur jeder fünfte
Arzt.
Sehr großen Nachholbedarf gibt es noch immer bei Diabetikern:
Nur jeder fünfte befragte Arzt rät seinen Zucker-Patienten zur
Pneumokokken-Impfung. 1999 tat dies sogar weniger als jeder zehnte. Neben
dem Alter sind Erkrankungen der Atemwege, wie Asthma oder chronische
Bronchitis,
Zucker-
und Herz-Kreislauf-Krankheiten wichtige Gründe für die
Impfung, zum Beispiel mit Pneumovax 23.
Die wichtigsten Motive der Ärzte, allen über 60-Jährigen
eine Pneumokokken-Impfung zu empfehlen, sind laut Umfrage die erhöhte
Krankheitsanfälligkeit älterer Menschen und der Schutz vor
Pneumokokken-Erkrankungen. Als weitere wichtige Gründe für die
Impfempfehlung nannten die befragten Ärzte die Gefährlichkeit
von Lungenentzündungen, die durch Pneumokokken verursacht
werden.
Ältere Menschen sind am häufigsten von Lungenentzündungen
durch die Pneumokokken betroffen. Bei jedem Dritten kommt es zu einer lebensbedrohlichen
Blutvergiftung.
Vor schweren Krankheitsverläufen kann nur die Impfung schützen.
Sie hält sechs Jahre lang und kann jederzeit vom Hausarzt vorgenommen
werden.
Für alle über 60-Jährigen und chronisch Kranke
sollte für den nächsten Arztbesuch gelten: Impfpass mitnehmen
und den Arzt auf die Pneumovax-Impfung ansprechen. Die Kosten
werden von der Krankenkasse übernommen.
(Informationen und Beratung durch eine Ärztin beim Service Impfen
Aktuell
Ober-Ramstädter-Straße 96,
64367 Mühltal.
Sprechstunde: montags 14.00 bis 17.00 Uhr.
0 61 51 - 13 6 99 – 25)