Was ist Wut?
Wie bei den anderen Grundemotionen gibt es auch bei der Wut
eine Vielzahl unterschiedlicher Ausprägungen und Nuancen. Rage
und Aggressivität sind Synonyme für Wut. Wut äußert
sich vor allem durch Aggressionen.
Aggression:
1. feindseliges Verhalten, Angriffsverhalten als Reaktion auf Bedrohung
oder zum Zweck der Machtausübung
2. feindselige Einstellung, ablehnende Haltung, Angriffslust
3. völkerrechtswidriger Angriff, Überfall- auf einen Staat
Formen der Wut sind Zorn, Jähzorn, Ärger.
Ursachen für Wut können sein: Hass, Neid, Ekel, Frustration,
Scham, Empörung, Eifersucht, Enttäuschung, Kummer, Egoismus,
Überempfindlichkeit, Schüchternheit, Depression, Hysterie, Angst
oder Trauer.
Wut ist vor allem das Gefühl der Ohnmacht, der Hilf- und
Machtlosigkeit.
Wut verweist immer auf Mängel. Inwiefern diese real sind, oder nur
im Bewußtsein des wütenden Individuums existieren, spielt dabei
keine Rolle. Wer sich nicht geschätzt oder respektiert fühlt,
wer sich ausgenutzt oder benutzt vorkommt, den kann die Wut schnell ergreifen.
Wut äußert sich in Wutausbrüchen oder Wutanfällen,
dann ist man "wutentbrannt" oder "kocht vor Wut". Diese metaphorischen
Redewendungen aus dem Alltag verdeutlichen sehr gut: Wut ist ein heftiges,
ein "heißes" Gefühl.
Wut macht "blind", wer von einem Wutanfall gepackt wird, verliert
in unterschiedlichem Ausmaß die Kontrolle über sich selbst
und seine Handlungsweise.
Kein Wunder, dass es so schwierig ist, "Wutanfälle" in den Berufsalltag
zu integrieren.
Hier wird erwartet, dass man "die Haltung bewahrt". Das lässt sich
leichter bewerkstelligen, wenn man ein entsprechendes "Ausgleichsangebot"
am Arbeitsplatz hat: die Möglichkeit Sport zu treiben, zu spielen,
zu trommeln oder sonst irgendwie "Dampf ablassen" zu können.
Wenn Sie das nächste Mal einen Wutanfall bekommen, rufen Sie sich
am besten in Erinnerung, dass Sie dabei sind einem Urgefühl freien
Lauf zu lassen. Je kürzer Sie die limbischen Wallungen von Zorn und
Wut gestalten können, umso besser für Sie, denn zur kreativen
Problemlösung trägt diese Reaktionsform in keiner Weise bei.
Im Gegenteil, je mehr man sich in solche starken Gefühle hineinsteigert,
desto weniger ist man in der Lage eine Situation objektiv zu beurteilen.
Wer "vernünftige" Entscheidungen treffen will, muss erst einmal Abstand
gewinnen. Dazu ist man jedoch nicht in der Lage, solange man von den eigenen
Gefühlen
gefangen ist.