Bevor unser Bewusstsein irgendwelche Schritte ergreifen könnte,
sind alle lebenserhaltenden Maßnahmen längst eingeleitet
und zwar unabhängig davon, welche Alternative wir in einer bedrohlichen
Situation "wählen".
Welche Alternativen gibt es im Ernstfall? Nicht besonders viele
(wie so oft wenn's ernst wird):
Je nach dem, in welchen Ausmaß wir in einer bedrohlichen
Situation Angst empfinden, macht der Körper mobil. Von besonderer
Bedeutung ist hierbei die Produktion des Stresshormons Adrenalin.
Folgende Körperfunktionen werden durch akute Angst aktiviert
(+) bzw. still gelegt (-)
Bei Schrecktypen nehmen Herz- und Atemtätigkeit eher ab, der Blutdruck
sinkt, kurzum, das parasympathische Nervensystem wird aktiviert (das geschieht
normalerweise in Ruhe- und Entspannungsphasen).
Bei Fluchttypen werden alle Funktionen, die für Flucht oder Kampf
wichtig sind, aktiviert, alles andere kann erst einmal "beiseite" geschoben
werden.
Dies kann, nebenbei bemerkt, zu Immunschwächen von Menschen
führen, die ständig Angstsituationen ausgesetzt sind.
Stress
ist letzlich nichts anderes als die Angst zu versagen, nicht erfolgreich
zu sein.
Wer unter Dauerstress leidet, wird viel anfälliger für
Infektionskrankheiten, da das Immunsystem nicht ausreichend unterstützt
wird. Sämtliche Energiereserven des Körpers werden zur Bewältigung
der vermeintlichen Angstsituation abgezogen.
Es ist vor allem die Freisetzung des Nebennierenmarkhormons (Katecholamins)
Adrenalin,
die zu körperlichen Höchstleistungen anregen kann. Verantwortlich
für diese erste Angstreaktion ist das
limbische System im Gehirn.
Über den Thalamus nimmt das Gehirn den Angstreiz auf und
reagiert "sofort": Der Mandelkern (Amygdala) aktiviert, neben anderen
wichtigen Gehirnzentren, die Nebennierenrinde. Dort werden Adreanlin und
Noradrenalin, sowie Kortisol und Kortison gebildet.
Adreanlin und Noradrenalin dienen der sofortigen Leistungssteigerung
und Energiefreisetzung. Kortisol und Kortison sorgen dafür, dass der
Körper sich nicht völlig verausgabt und durch länger andauernde
Stresssituationen zugrunde geht.
Weiter detaillierte Erläuterungen zu den Reaktionen einzelner Organe
und Systeme auf das Empfinden von Angst, finden Sie bei
In einem Buchauszug beschreibt Dr. Hans Morschitzky das vegetative
Nervensystem und die Folgen von Angst.