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Angst: eine Einführung

Es gibt viele Arten der Angst und Furcht: Angst um das Leben, Zukunftsangst, Höhenangst, Platzangst, Prüfungsangst, Lebensangst, Todesangst, Verfolgungsangst, und viele mehr.

Das Wort "Angst" hat seine Wurzeln in der "Enge": eine Lage, Situation spitzt sich zu, wird lebensbedrohlich oder ausweglos - zumindest erscheint es dem Betroffenen so.

Wir gehen hier zunächst auf die Angst um das Leben (Primärangst) ein, betrachten Angst als Instinkt (Langenscheidt/AOL):

1. angeborener Trieb, in bestimmten Situationen; zweckgerichtet zu handeln;
2. Triebsteuerung ohne Überlegung;
3. Ahnung, sicheres Gefühl.


 
Der Instinkt "Angst"


Dem Selbsterhaltungstrieb folgend, richtet sich der Körper nach den jeweiligen Erfordernissen. Die Angst unterstützt den Menschen dabei, sich sehr schnell auf neue, gefährliche Situationen einzustellen.

In Bruchteilen von Sekunden kann uns die Angst aus tiefem Schlaf in äußerste Alarmbereitschaft versetzen. Das Empfinden von Angst mobillisiert den gesamten Organismus, rettet täglich Tausenden von Menschen das Leben.

Was ein Angstanfall bewirken kann, belegt ein Beipiel aus der Weltliteratur recht eindrucksvoll: F.G. Pitavals "Unerhörte Kriminalgeschichten" aus dem 18. Jahrhundert, Vorläufer der Kriminal- und Detektivliteratur.

In der Episode "Frau Tiquet" will die gleichnamige Protagonistin ihren Mann umbringen lassen, doch dieser überlebt den Anschlag:

"Er hatte drei Wunden empfangen, die nicht tödlich waren; die gefährlichste war nahe am Herzen, das - so ergab die Untersuchung durch den Chirurgen, der ihn verband - selbst verwundet worden wäre, hätte es normale Ausdehnung gehabt.

Doch der Schreck beim Zusammenstoß mit den Mördern hatte es zusammengezogen, und es nahm in diesem Augenblick nicht den vollen Raum ein. Wenn dies stimmt, kann man sagen, die Furcht habe ihm das Leben gerettet." (F.G. de Pitaval. Unerhörte Kriminalfälle. Hg. Rudolf Marx. Leipzig: Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung, 1980).

Da hatte Monsieur Tiquet gewaltiges Glück, zumal er offensichtlich zur Gruppe der Schrecktypen, der sogenannten Vagotoniker gehörte. Er ergriff nicht die Flucht oder setzte sich kämpferisch zur Wehr, sondern verharrte bewegungslos vor seinen Peinigern.

 

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